Gnadenlos-Urteil gefallen: Selbsternannter Clan-Boss Ahmad "Patron" Miri verknackt

Berlin - Der selbsternannte Clan-Boss Ahmad "Patron" (38) aus der berüchtigten Berliner Miri-Familie wandert wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz zwei Jahren und drei Monaten ins Gefängnis.

Ein 38-jähriger Angeklagter mit Kontakten zum Berliner Clan-Milieu steht im Gerichtssaal.
Ein 38-jähriger Angeklagter mit Kontakten zum Berliner Clan-Milieu steht im Gerichtssaal.  © DPA

Vor dem Amtsgericht legte der mutmaßliche Clan-Chef Mann am Dienstag, dem zweiten Prozesstag, über seinen Verteidiger ein Geständnis ab, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Demnach hatte der Clan-Mann im Herbst 2017 zusammen mit Begleitern die Ex-Freundin eines befreundeten Rappers in ihrer Wohnung überfallen und mit einem Holzknüppel niedergeschlagen."Ich konnte danach nicht in der Wohnung bleiben, ich hatte Angst um meine Kinder", sagte die 30-Jährige zu Prozessbeginn weinend. Bis heute habe sie Angst.

Außerdem hatten zwei junge Männer berichtet, wie sie im Februar 2019 nach einem Besuch in einer Shisha-Bar in Berlin-Mitte verfolgt und einer von ihnen brutal ins Gesicht geschlagen worden sei.Danach hätten die Angreifer noch zugetreten.

Ein 38-jähriger Angeklagter mit Kontakten zum Berliner Clan-Milieu steht im Gerichtssaal.
Ein 38-jähriger Angeklagter mit Kontakten zum Berliner Clan-Milieu steht im Gerichtssaal.  © DPA

Direkt nach der Tat hatten die beiden Männer damals den Angreifer bei ihrer Aussage eindeutig identifiziert. Vor Gericht rückten sie vor zwei Wochen davon ab, sprachen von Erinnerungslücken und sagten, dass ihre Familien sich mit der Familie des Angeklagten geeinigt hätten.

Die Richterin belehrte sie über die Strafbarkeit von Falschaussagen. Am Dienstag räumten sie ein, dass ihre ersten Aussagen stimmten und der Angeklagte der Täter gewesen sei.

Seit Jahren hält der Clan-Mann Behörden und Polizei auf Trab und verhöhnt sie in den sozialen Medien. Bis zu zehn Identitäten soll der Hartz-IV-Empfänger unter seinen immer wechselnden Namen haben. Auch sein Geburtsdatum soll am laufenden Band wechseln.Ebenso soll er immer wieder andere Herkunftsländer wie Türkei oder Libanon angeben. Zuletzt soll der einschlägig Vorbestrafte in Berlin als Syrer registriert worden sein. So kann er nicht in Kriegsgebiete abgeschoben werden.

Der "Focus" hatte zuerst über das Urteil berichtet. "Bei den Taten ging es ihnen immer um Macht. Sie wollten zeigen, wer das Sagen hat", zitiert das Magazin die Richterin. Sie hoffe, dass das Urteil "einen Wendepunkt" bedeute und der Familienvater auf den rechten Weg zurückfinde.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Der verurteilte Syrer ist verheiratet mit einer Frau aus einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, deren Mitglieder in mehreren Bundesländern leben.

Titelfoto: DPA

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