Aidshilfe warnt: Mehr Menschen in Sachsen haben sich mit HIV infiziert

Chemnitz/Dresden - Erschreckend, aber wahr: In Sachsen haben sich 2017 mehr Menschen mit HIV angesteckt als im Jahr zuvor.

Annett Warmschmidt (38, l.) und Sina Herrmann (29) von der Aidshilfe Chemnitz mit zwei neuen Aufklärungskoffern für Schulen und Jugendeinrichtungen.
Annett Warmschmidt (38, l.) und Sina Herrmann (29) von der Aidshilfe Chemnitz mit zwei neuen Aufklärungskoffern für Schulen und Jugendeinrichtungen.  © Maik Börner

150 Menschen infizierten sich nach Schätzungen des Sozialministeriums mit dem Virus - fünf mehr als 2016. "Auch wenn viele Menschen HIV und Aids inzwischen nicht mehr als gefährliche Krankheit wahrnehmen, müssen wir weiter aufklären und die Ausbreitung bekämpfen", so Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (53, CDU).

Die Chemnitzer Aidshilfe verstärkt daher ihre Aufklärungsarbeit und hat zwei Koffer entwickelt. Mit denen können Lehrer und Erzieher vor Ort Jugendliche über alles, was mit Sex und Geschlechtskrankheiten zu tun hat, informieren. "Der eine Koffer widmet sich dem Thema Pubertät, der andere sexuell übertragbaren Krankheiten", so Annett Warmschmidt (38).

Denny Seidel (31) von der Aidshilfe betreut aktuell rund 20 HIV-Erkrankte in Chemnitz. Er verweist auf einen seit Oktober in Deutschland zugelassenen Aids-Selbsttest. "Betroffene müssen nicht mehr zum Gesundheitsamt oder zum Arzt."

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland 2017 auf 86 100 - rund 2 600 davon leben in Sachsen.

Das Institut geht davon aus, dass lediglich 78 Prozent davon ihre Diagnose kennen.

Fiese Plagegeister humvorvoll umgesetzt: In der Chemnitzer Aidshilfe symbolisieren Plüschtiere Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis.
Fiese Plagegeister humvorvoll umgesetzt: In der Chemnitzer Aidshilfe symbolisieren Plüschtiere Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis.  © Maik Börner

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