Air-Berlin-Pleite: Verlieren vor Weihnachten weitere 1000 Mitarbeiter ihren Job?

Wie geht es mit der bisherigen Air Berlin-Tochter Niki weiter?
Wie geht es mit der bisherigen Air Berlin-Tochter Niki weiter?  © Marcel Kusch/dpa

Brüssel/Berlin - Die EU-Wettbewerbshüter haben für die Übernahme von Teilen der insolventen Fluglinie Air Berlin durch Easyjet grünes Licht gegeben.

Der Zusammenschluss werde ohne Auflagen genehmigt, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Bei der Übernahme der bisherigen Air Berlin-Tochter Niki sieht der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus nur noch die Lufthansa im Rennen.

Durch den Beschluss der Kommission könne Easyjet die Präsenz an den Berliner Flughäfen ausbauen und auf neuen Strecken zum Vorteil der Verbraucher in den Wettbewerb eintreten. Easyjet hatte bereits angekündigt, Lufthansa auf innerdeutschen Strecken stärker Konkurrenz machen zu wollen.

"Durch diese Übernahme wird Easyjet 25 Flugzeuge am Flughafen Berlin Tegel betreiben", heißt es in einer Mitteilung von Easyjet. Die Fluggesellschaft ist bereits am Flughafen Schönefeld bei Berlin präsent.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt (TAG24 berichtete). Einen Großteil der Flotte will die Lufthansa übernehmen, einschließlich der lukrativen Teilgesellschaft Niki, einen kleineren Teil die britische Easyjet.

Die EU-Kommission prüft derzeit noch die Lufthansa-Übernahme, die Frist für die erste Prüfungsphase läuft bis 21. Dezember.

Der britische Billigflieger Easyjet setzt weiterhin auf Wachstum.
Der britische Billigflieger Easyjet setzt weiterhin auf Wachstum.  © Bernd Settnik/dpa

Der Generalbevollmächtigte von Air Berlin, Frank Kebekus, sagte am Dienstag zur geplanten Niki-Übernahme: "Wenn wir bis 21. Dezember von der Europäischen Kommission grünes Licht bekommen, können wir den Verkauf erfolgreich abschließen."

Wenn der Zeitplan jedoch ins Rutschen komme, müsse Niki umgehend Insolvenz anmelden. "Dies würde bedeuten, dass kurz vor Weihnachten 1000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren, Zehntausende Passagiere stranden und hunderttausende Tickets ihre Gültigkeit verlieren."

Bei der Übernahme der bisherigen Air Berlin-Tochter Niki sieht Kebekus nur noch die Lufthansa im Rennen.

Kebekus sagte, wie von der EU-Kommission gefordert, habe man noch einmal Kontakt zu weiteren möglichen Bietern aufgenommen. Daraufhin hatten Thomas Cook (Condor) und IAG wieder Interesse an Niki gezeigt, nachdem sie im Bieterverfahren der Insolvenzverwaltung von Air Berlin zunächst nicht zum Zuge gekommen waren.

Die EU-Kommission muss bei europaweit relevanten Zusammenschlüssen prüfen, ob Wettbewerbsverzerrungen oder Nachteile für Verbraucher entstehen könnten.

Die Lufthansa hat nach Angaben der EU-Wettbewerbshüter kurz vor Fristende Zugeständnisse für die angestrebte Air-Berlin-Übernahme gemacht.
Die Lufthansa hat nach Angaben der EU-Wettbewerbshüter kurz vor Fristende Zugeständnisse für die angestrebte Air-Berlin-Übernahme gemacht.  © Marcel Kusch/dpa

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa


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