Dieser neue Wodka rettet das Klima!

New York (USA) - In den USA wurde ein Wodka produziert, der mehr CO2 aufnimmt, als er bei der Produktion ausstößt. Das soll das Klima retten.

Die Flaschen besitzen ein schlichtes Design.
Die Flaschen besitzen ein schlichtes Design.  © AIR CO PR

Der Chemiker Stafford Sheehan arbeitete seit 2017 an einer Möglichkeit, um die pflanzliche Fotosynthese auf Metallbasis zu schaffen.

Daraus wollte Sheehan einen erneuerbaren Kraftstoff gewinnen, der die Automobilindustrie revolutionieren sollte. Doch alles kam anders...

Seine Erfindung glich einer Kiste. Er konnte Luft hinzugeben und Wasser. Daraus sollte dann der neue Antriebsstoff entstehen. Aber er produzierte Ethanol - also Alkohol.

Zu Wired sagte Sheehan, dass er es erst für einen Witz hielt. Er wollte nicht an der Umsetzung von Ethanol dranbleiben. Doch seine Kollegen machten weiter Witze: "Lass uns etwas davon destillieren und es heute Abend auf der Party trinken", sagt ein anderer Wissenschaftler.

Der Ur-Stoff Ethanol war noch nicht geeignet genug, um darauf etwas Trinkbares zu destillieren.

Doch, wie es der Zufall so wollte, traf der Chemiker auf Greg Constantine, einen Promoter vom Wodka-Hersteller Smirnoff. Zusammen feilten sie an einer verbesserten Rezeptur.

Air Wodka bündelt mehr CO2, als die Produktion ausstößt

Spirituosen werden immer auf dieselbe Art erzeugt: Man nimmt eine Zuckerart und Hefe. Danach destilliert man beide Stoffe und erhält eine Alkoholart im Ergebnis. Dabei wird auch Kohlenstoffdioxid, CO2, ausgestoßen, was ein Motor im Klimawandel ist. Je mehr CO2 entsteht, desto mehr leidet die Umwelt, denn diese kann auf natürliche Weise nicht die vom Menschen verursachten Ausstöße abbauen.

Der Wodka, der nun unter dem Namen Air Company verkauft wird, macht sich den überschüssigen Kohlenstoffdioxid jedoch zunutze.

Sheehan und Constantine kamen auf die Idee, ausgestoßenes CO2 anderer Alkoholproduzenten mit Wasser durch ihre kleine Kiste verarbeiten zu lassen. Damit hatten sie großen Erfolg.

96 prozentiges Ethanol wurde bei der Produktion erreicht, das ist der höchste Wert, der auf natürliche Weise entstehen kann.

Die beiden gaben daraufhin noch etwas Wasser hinzu und erhielten den neuartigen Wodka.

Nur erneuerbare Energien in der Produktion

Bei dem Prozess wird schon standardmäßig CO2 aus anderen Destillieren verarbeitet, als die Produktion des Wodkas verursacht.

Dennoch achten Sheehan und Constantine darauf, auch sonst "grün" zu bleiben. So kommt der Strom überwiegend vom fabrikeigenen Dach. "Wir haben Sonnenkollektoren auf der Brennerei und beziehen weiteren Strom aus erneuerbaren Quellen", sagte Sheehan im Wired-Interview.

Die benötigte Luft zur Produktion kommt von einem lokalen Gasversorger. Rund 1,47 Kilogramm CO2 benötigt die Air Company, um einen Kilogramm Ethanol zu produzieren.

In einer 750 Milliliter Flasche stecken demnach 0,236 Kilo Ethanol, das entspricht 0,347 Kilo CO2.

Der neue Wodka soll bei Raumtemperatur süß schmecken und ein leichtes, scharfes Aroma haben sowie leicht zähflüssig sein. Zu kaufen gibt's die Flaschen bislang nur in den USA. Weltweiter Versand folgt voraussichtlich ab 2020. Ob die Klimabilanz danach noch so rein ist, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt fraglich.

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