Jetzt wird es eng bei Airbus: Hersteller baut Flugzeuge nicht mehr zu Ende!

Hamburg - Bei Flugzeughersteller Airbus herrscht Ausnahmezustand: Rund 100 halbfertige Flugzeuge der Baureihe A320neo parken derzeit auf dem Gelände der Auslieferungswerke in Toulouse, Hamburg, Tianjin (China) und Mobile (USA).

Der A320neu steht ohne Triebwerk auf dem Firmengelände.
Der A320neu steht ohne Triebwerk auf dem Firmengelände.  © DPA

Grund sei ein Zuliefererproblem, sagte Guillaume Faury, Chef der Airbus-Sparte Zivilflugzeuge, am Rande einer Konferenz in Sydney. Weil Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney fehlen, könnten die fertigen Flugzeuge ohne Motoren wohl erst Ende des Jahres ausgeliefert werden.

Airbus macht keine Angaben darüber, wie viele Flugzeuge an welchem Standort stehen. In Hamburg-Finkenwerder dürften es nach Augenschein aber ein paar Dutzend Maschinen sein. Ärger mit den Triebwerken und schleppende Zulieferungen begleiten Airbus schon seit längerem und führten zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Flugzeugen.

Zunächst gab es Hitze- und Softwareprobleme, dann löste eine neuartige Dichtung Ausfälle beim Start und bei der Landung aus. Im Februar stoppte Airbus vorübergehend die Auslieferung von A320neo-Maschinen mit Pratt & Whitney-Triebwerken.

"Jetzt wird die Zahl der Flugzeuge kontinuierlich abgearbeitet", teilte Airbus mit. Nachdem die Triebwerke überarbeitet und modifiziert waren, mussten jedoch zunächst bereits fliegende A320neo mit den neuen Motoren ausgestattet werden, sodass der Engpass bei der Produktion neuer Maschinen nicht sofort behoben werden konnte.

Gegenwärtig baut Airbus jeden Monat rund 50 Flugzeuge der A320-Reihe. Im nächsten Jahr sollen es 60 Maschinen sein; dafür erhält das Hamburger Werk eine vierte Fertigungslinie. Das Management hat sogar schon Fertigungszahlen von 70 Flugzeugen monatlich und darüber ins Visier genommen.


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