Panne bei Testflug! Airbus verliert Heckteil über Dresden

Das fehlende Kunststoff-Panel am Heck war nicht zu übersehen.
Das fehlende Kunststoff-Panel am Heck war nicht zu übersehen.

Von Juliane Morgenroth und Andrzej Rydzik

Dresden - Zwischenfall nach dem Start am Dresdner Flughafen: Ein Airbus A 300 verlor ein Kunststoff-Panel am Seitenruder. Das streifte das Dach eines Hauses in der Döbelner Straße. Der Dresdner Fotograf Marvin Steglich konnte Fotos vom Pannen-Airbus machen.

Der ehemalige Flieger von China Eastern, der von den Elbe Flugzeugwerken (EFW) vom Passagier- zum Frachtjet umgebaut wurde, war am Montag zu einem Testflug gestartet.

Kurz nach dem Start dann der Zwischenfall: „Ein Verkleidungselement aus Kunststoff am Seitenruder löste sich“, erklärt Christopher Profitlich, Sprecher der Elbe Flugzeugwerke.

Der Airbus direkt nach der Landung in Dresden.
Der Airbus direkt nach der Landung in Dresden.

Es sei niemand verletzt worden. Auch von Schäden wisse er nichts.

„Die Crew bekam davon zunächst nichts mit. Sie war schon auf dem Rückflug, als sie vom Boden informiert wurde“, so Profitlich. Die Sicherheit sei nie gefährdet gewesen.

„Was genau passiert ist, wird jetzt untersucht“, erklärte der Sprecher.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) wurde informiert, sieht aber keinen Anlass, den Vorfall zu untersuchen, so ein Sprecher.

Dafür ermittelt die Polizei. "Wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr", so Sprecherin Jana Ulbricht.

Der Airbus gehört nach dem Umbau der chinesischen Fracht-Airline Uni-Top. Das Unternehmen hat in Dresden sein Testprogramm durchgeführt.

Das Dach dieses Hauses auf der Döbelner Straße wurde vom herabfallenden Flugzeugteil gestreift.
Das Dach dieses Hauses auf der Döbelner Straße wurde vom herabfallenden Flugzeugteil gestreift.

Barbara Kress (46) gehört das Haus in der Döbelner Straße, auf welches das Verkleidungselement der Maschine stürzte: "Ich war zu diesem Zeitpunkt auf Arbeit, war völlig überrascht vom Auflauf vor dem Haus als ich Heim kam.

Kripo, Luftfahrtbehörde und ein Vertreter der Werft, dem das alles sehr peinlich und unangenehm war, haben die Sache sehr ernst genommen. Unser Dach hat augenscheinlich aber keinen Schaden genommen."

Dennoch will die Polizei nun mit einer Drohne, so die 46-Jährige, übers Haus fliegen, mit dem "Adlerauge" nach möglichen Schäden im Dach suchen.

"Solche Zwischenfälle wünscht man sich selbstverständlich nicht, wenn man in der Einflugschneise des Flughafens wohnt. Mir wurde berichtet, das Flugzeugteil sei flach getrudelt - fast wie ein Papierflieger. Zum Glück ist niemand verletzt worden", sagt Barbara Kress.

Fotos: Marvin Steglich, Holm Helis


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0