Aktuelle Zahlen: So kriminell ist Berlin wirklich

Die Polizei war im vergangenen Jahr vor allem mit Taschendiebstählen,  Ladendiebstähle sowie Auto- und Fahrraddiebstähle.
Die Polizei war im vergangenen Jahr vor allem mit Taschendiebstählen, Ladendiebstähle sowie Auto- und Fahrraddiebstähle.  © DPA

Berlin – Obwohl immer mehr Menschen in Berlin leben, hat die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr nicht zugenommen. Die Polizei zählte 2016 568.860 Taten, wie am Montag mitgeteilt wurde. Das ist sogar ein hauchdünner Rückgang im Vergleich zu 2015.

Ein Jahr davor war die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in der Kriminalstatistik noch um fünf Prozent auf knapp 570.000 Delikte gestiegen. Die meisten Taten waren wieder Taschendiebstähle, Ladendiebstähle sowie Auto- und Fahrraddiebstähle.

Einen Rückgang gab es bei Raubüberfällen, eine Zunahme hingegen bei Körperverletzungen. Die Zahlen geben immer nur den Bereich der offiziell festgestellten Taten wieder. Gleichzeitig gibt es ein riesiges Dunkelfeld. Viele Delikte werden von den Opfern nicht angezeigt oder fallen aus anderen Gründen nicht auf.

Gerade bei Taschendiebstählen sei aber der Trend seit August rückläufig, teilte die Polizei mit. Zwar sei 2016 mit 45.000 gemeldeten Vorfällen die Zahl so hoch wie noch nie, doch zuletzt ist sie spürbar zurückgegangen.

Angezündete Autos sind meist politisch motivierte Straftaten. Diese nahmen im vergangenen Jahr zu.
Angezündete Autos sind meist politisch motivierte Straftaten. Diese nahmen im vergangenen Jahr zu.  © DPA

Durch die intensive Bekämpfung von Antänzern durch eine eigene Ermittlungsgruppe des LKA konnte 1758 Tatverdächtige ermittelt werden. 227 Haftbefehle wurde erwirkt, was fast doppelt so viele sind, wie im Vorjahr.

Die Zahl der Körperverletzungen ist um 2000 Fälle gestiegen, was genau der Anzahl der aus Flüchtlingsunterkünften gemeldeten Zahl entspricht, teilte die Polizei mit. "Rund 2000 Körperverletzungen fanden in Flüchtlingsheimen statt. Die sehr beengten Wohnverhältnisse und das unmittelbare Aufeinandertreffen unterschiedlicher Ethnien haben zu dieser Entwicklung beigetragen", so Polizeipräsident Klaus Kandt (56).

Registriert wurden viele Diebstähle sowie Angriffe und Schlägereien zwischen Bewohnern in Flüchtlingsheimen.

Die Entwicklung bei weiteren Straftaten

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt (56) stellte die Kriminalitätsstatistik 2016 vor.
Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt (56) stellte die Kriminalitätsstatistik 2016 vor.  © DPA
  • Mord, Totschlag und Raub sind zurückgegangen. Sie sind so niedrig, wie seit zehn Jahren nicht.
  • 4112 (+8 %) politisch motivierte Straftaten; 1588 von Rechts- (Minus 5%), 1226 von Linksradikalen (Plus 16%) und 413 (Plus 41 %) von Ausländern, vor allem Auseinandersetzungen um die Demokratie in der Türkei rund 340 Taten wie Beleidigungen, Verleumdungen, Nötigungen und Bedrohungen. Die meisten davon im Internet.
  • Unter den knapp 136.000 erfassten Verdächtigen stellten die Flüchtlinge mit rund 9600 einen auffällig großen Anteil. Das hänge vor allem damit zusammen, dass der Großteil der Flüchtlinge junge Männer sind, die grundsätzlich statistisch gesehen krimineller sind als andere Gruppen, hieß es.
  • 240.000 Taten aufgeklärt, dass ist eine Quote von 42 Prozent. Dieser Negativrekord wird vor allem durch die sehr hohe Zahl der Taschendiebstähle bewirkt.

Der Polizeipräsident zog aus der Statistik dennoch ein positives Fazit: "Die ständig wiederholende Behauptung, es wird immer schlimmer in Berlin, ist falsch."

Titelfoto: DPA


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