Zeitbombe Ami-Krebs: Wie gefährlich ist er wirklich?

Rote Färbung, Dornen an den Scheren und bringen die gefährliche Krebs-Pest nach Berlin.
Rote Färbung, Dornen an den Scheren und bringen die gefährliche Krebs-Pest nach Berlin.  © DPA

Berlin - Wer gerne im Tiergarten und in den angrenzenden Gebieten unterwegs ist, dem wird mit Sicherheit das große, rote Krabbeln nicht entgangen sein. Die Procambarus Clarkii oder auch Roter Sumpfkrebs hat es sich im Herzen der Hauptstadt gemütlich gemacht -zum Leidwesen der einheimischen Arten, wie der Berliner Kurier berichtet.

Es hat schon etwas Besonderes, eine rote Krabbe über die Straße rennen zu sehen. Zumal dies nicht so recht ins gewohnte Stadtbild passen will. Doch ist sie eine tickende Zeitbombe.

In ihr schlummert eine todbringende Krankheit. "Er ist als Träger der Krebspest eine Gefahr für einheimische Krebse", so der Umweltschutzverein NABU. "Die Tiere selbst sind gegen diese Erkrankung immun. Für europäische Flusskrebsarten ist die Krebspest aber tödlich." Der invasive Krebs, eigentlich in Amerika zu Hause, verbreitet sich in Berlin rasend schnell, denn sie können mehrmals im Jahr Nachwuchs zeugen.

Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs läuft über einem Weg im Berliner Tiergarten.
Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs läuft über einem Weg im Berliner Tiergarten.  © DPA

Leichtsinnige Tierhalter haben die Tiere entweder entkommen lassen oder schlimmer noch, ausgesetzt. Die Folgen sind gravierend. Eine rote Flut überkommt nun den Tiergarten und könnte sich sogar über das gesamte Stadtgebiet ausweiten, denn die Spaziergänge der Krebse über die Straßen Berlins hat einen evolutionären Grund.

"Die Abwanderung über Land ist eine Strategie, neue Lebensräume zu besiedeln", warnen die Umweltschützer. Somit verbreitet der Sumpfkrebs die Krankheit in anderen Gewässer, daher müsse "die Ausbreitung in Spree und Havel dringend verhindert werden."

Während der Krebs munter neue Lebensräume erschließt, bleiben die Behörden untätig - obwohl sie dazu verpflichtet sind, einen Notfallplan auszuarbeiten.


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