Nach Fehltritt: Gauland entschuldigt sich nicht bei Özoguz

Gauland sieht nach seiner vielfach als rassistisch kritisierten Wahlkampfäußerung über Staatsministerin Özoguz keinen Anlass für eine Entschuldigung bei der SPD-Politikerin.
Gauland sieht nach seiner vielfach als rassistisch kritisierten Wahlkampfäußerung über Staatsministerin Özoguz keinen Anlass für eine Entschuldigung bei der SPD-Politikerin.  © Oliver Ziebe/WDR/dpa

Berlin/Potsdam - AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland (76) rudert trotz heftiger Kritik an seinen rassistischen Äußerungen in Richtung der Integrationsbeauftragten Ayman Özoguz (50, SPD) nicht zurück.

"Nein, ich muss mich bei Frau Özoguz nicht entschuldigen", sagte der 76-jährige Politiker am Montagabend in der ARD-Sendung "hart aber fair". Doch was ist eigentlich vorgefallen?

In einem Tagesspiegel-Beitrag vom Mai hatte die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung geschrieben, "eine spezifische deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar".

Daraufhin reagierte Gauland bei einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld mit den Worten: "Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wie werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können."

Aydan Özoguz, Intergrationsbeauftragte der Bundesregierung (SPD) und der Spitzenkandidat der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) für die Bundestagswahl, Alexander Gauland, in Berlin.
Aydan Özoguz, Intergrationsbeauftragte der Bundesregierung (SPD) und der Spitzenkandidat der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) für die Bundestagswahl, Alexander Gauland, in Berlin.

In der ARD ergänzte Gauland seine Aussagen und spricht von den üblichen harten Auseinandersetzungen im Wahlkampf.

Zudem verweist er auf seine Kollegin und ebenfalls AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, die in einer Satire-Sendung als "Nazi-Schlampe" bezeichnet worden war. "Dagegen ist 'entsorgen' ein harmloses Wort."

Damit sorgt Gauland für weiteren Zündstoff und Kritik. So sprach CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (52) in der ARD-Sendung von einer ekelhaften und menschenverachtenden Sprache.

Der Grünen-Poliker Jürgen Trittin (63) betonte, neben dem Wort sei auch der Sachverhalt "völlig unaktzeptabel". Gauland habe Özoguz das "Bürgersein" abgesprochen: "Die verbale Ausbürgerung - das geht überhaupt nicht."


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0