Gauland will SPD-Politikerin "entsorgen" und spricht von Asyl-Invasion

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, auf einer Pressekonferenz.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, auf einer Pressekonferenz.

Eichsfeld/Potsdam - Die AfD polarisiert und greift dabei nicht selten zu fragwürdigen Mitteln. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld ging aber Spitzenkandidat Alexander Gauland (76) womöglich einen Schritt zu weit.

Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, hat sich der AfD-Spitzenkandidat äußerst kritisch über die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (50), geäußert und Aussagen der Politikerin in einem Tagesspiegel-Beitrag vom Mai fragwürdig gekontert.

"Eine spezifische deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar", sagte Özoguz. Gauland reagiert daraufhin mit den Worten: "Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wie werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können."

Alexander Gauland und Alice Weidel, Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) für die Bundestagswahl.
Alexander Gauland und Alice Weidel, Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) für die Bundestagswahl.  © DPA

Für seine Äußerungen gab es Applaus und vereinzelte Jubelrufe aus dem Publikum, und Gauland wurde nicht müde, auch gegen Flüchtlinge auszuteilen.

"Man will uns dieses Deutschland wegnehmen. Und, liebe Freunde, das ist fast so etwas - früher hätte man das eine Invasion genannt - wie eine schleichende Landnahme. Und dieser schleichender Landnahme müssen wir alle geschlossen widerstehen."

Gegenüber dem Tagesspiegel gab Gauland an, sich an die Verwendung des Begriffs "Entsorgung" im Zusammenhang von Özoguz nicht erinnern zu können. Jedoch predigt er in jeder Rede, dass Personen, wie Özoguz, die das Zusammenleben in Deutschland jeden Tag neu aushandeln wollen, zurück nach Anatolien gehören.

Im ZDF-Morgenmagazin äußerte sich auch Alice Weidel (38) zu Gaulands Aussage über die SPD-Politikerin: "Die Wortwahl ist eine Geschmacksache", aber Özoguz sei komplett ungeeignet für das Amt der Integrationsbeauftragten und wenn Gauland meine, sie gehört zurück in die Türkei, würde sie das unterschreiben.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0