Präsidentenwahl: Video-Kritik von TV-Richter Hold wird zum Hit

Richter Hold (54) bekam bei der Bundespräsidentenwahl nur 25 Stimmen, aber auf Facebook tausendfache Zustimmung für seine Kritik an der Wahl.
Richter Hold (54) bekam bei der Bundespräsidentenwahl nur 25 Stimmen, aber auf Facebook tausendfache Zustimmung für seine Kritik an der Wahl.  © DPA

Kempten/Berlin - Alexander Hold hat sich auf Facebook Luft gemacht. Er will, dass "wir alle unseren nächsten Bundespräsidenten selbst wählen..."

Gleich mehrfach täglich kommt er noch in die deutschen Fernsehstuben, um Recht zu sprechen - und das, obwohl schon seit Jahren keine neuen Folgen der Sat.1-Gerichtsshow Richter Alexander Hold mehr produziert werden.

Bei mehr als 2000 abgedrehten Episoden fallen Wiederholungen nicht auf. Seinen Zuschauern ist er nach über 15 Jahren vertraut "als jemand, der versucht, allen gerecht zu werden", versichert der 54-jährige Kemptener.

Das müsste er auch als Bundespräsident versuchen - für alle Deutschen, nicht nur fürs Fernsehvolk.

Noch eine Eigenschaft des TV-Richters Hold sei für das höchste Staatsamt wichtig: Er sei der, der am Ende immer klar entscheide: "Und der vor allem das, was er entscheidet, auch erklärt."

Daran fehle es in der großen Politik, meint der Jurist, der auch im wahren Leben Richter ist: "Ich habe das Gefühl, dass wir gerade alle so ein bisschen das Vertrauen verlieren in unser Gemeinwesen, das Vertrauen in unsere große Politik, den Rechtsstaat, in die europäische Idee."

Peter Harry Carstensen (CDU) wählte nicht, weil der Dackel krankte...
Peter Harry Carstensen (CDU) wählte nicht, weil der Dackel krankte...

Auf Facebook hat Hold Anfang dieser Woche ein Video mit einer klaren Missbilligung veröffentlicht: "Schlechtgelaunte Promis nehmen die Bundesversammlung als PR-Termin zwischen Berlinale-Auftritten mit“, sagt Hold zum Beispiel (TAG24 berichtete).

Es fallen die Namen "Jogi" (Joachim Löw) und Olivia Jones: Ersterer habe "keine Lust, sich politisch zu äußern", und die Jones habe "mit orangener Perücke mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als die Bundeskanzlerin".

Das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten kritisiert der TV-Richter ebenso: "Spätestens wenn ich höre, dass über hundert Abgeordnete sich ihrer Stimme enthalten, bin ich davon überzeugt, dass die Verantwortung für die Wahl des Staatsoberhauptes beim Volk besser aufgehoben wäre."

Dafür erhält er Zustimmung ohne Ende. Bei über 840.000 Views des Videos ist das kein Wunder! User nennen die Bundesversammlung in der Facebook-Diskussion "Schmierentheater", "Vetternwirtschaft" oder fordern wie Hold, "das Volk sollte seinen Präsidenten selbst wählen".

Überschrieben hat er mit: "Jogi, Vroni und orange Perücken: Warum ich keine Bundesversammlung mehr miterleben möchte..." Das 14.000-mal geteilte Video hat Tausende Kommentare, die ihm größtenteils recht geben.

Hold hatte an der Bundesversammlung selbst teilgenommen: als Kandidat. Der promovierte Jurist bewarb sich für die "Freien Wähler" um das Amt des Bundespräsidenten. 25 Stimmen konnte er für sich gewinnen.

Da passt am Rande noch gut diese Episode: Peter Harry Carstensen (69, CDU), Ex-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, nahm nicht an der Wahl des Bundespräsidenten teilnehmen, weil sein Dackel krank war (Tag24 berichtete).


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