Ex-Polizist sicher: Maddie wurde an reiche Familie in Afrika verkauft

Kate und Gerry McCann, die Eltern von Maddie, haben über die Jahre zahlreiche Versuche gestartet, ihre Tochter zu finden.
Kate und Gerry McCann, die Eltern von Maddie, haben über die Jahre zahlreiche Versuche gestartet, ihre Tochter zu finden.  © DPA

Algarve/Portugal - Es ist eine Vermisstensuche, die seit fast zehn Jahren anhält und stetig neue Fragen aufzuwerfen scheint.

Die damals dreijährige Maddie McCann verschwand im Mai 2007 spurlos aus einem Ferienappartement an der portugiesischen Algarve.

Mit viel Aufwand versuchten Kate und Gerry McCann, die Eltern von Maddie, ihre Tochter wiederzufinden. Doch alle Bemühungen blieben erfolglos.

Gegenüber der englischen Tageszeitung "Mirror" sagte jetzt ein früherer Scotland-Yard-Mitarbeiter, dass er eine ziemlich genaue Vorstellung davon hat, was mit Maddie passiert sei.

Demnach hätte man das Kind an Bord einer Fähre geschmuggelt und von dort direkt nach Afrika gebracht. "Wenn jemand ein dreijähriges Kind nach Afrika bringen will, ist das die übliche Route. Die Infrastruktur für Menschenschmuggel ist genau dort. Banden verkaufen regelmäßig Kinder und Jugendliche an Familien im Nahen Osten", so der ehemalige Polizist gegenüber dem Blatt.

Ein Beweis dafür könnte auch ein Touristen-Paar sein, dass das Mädchen nur wenige Tage nach dem Verschwinden an einer Tankstelle in Marrakesch gesehen haben will. Demnach wäre das Kind "identisch" zu Maddie gewesen.

Mit diesem Bild starteten Maddies Eltern eine weltweite Suche. Bislang ohne Erfolg.
Mit diesem Bild starteten Maddies Eltern eine weltweite Suche. Bislang ohne Erfolg.  © DPA

Gegenüber dem "Mirror" sagten sie, dass das Mädchen traurig wirkte. Einen Mann, der sie begleitete, hätte sie gefragt: "Können wir jetzt endlich Mami sehen?"

Die Informationen gingen an die portugiesische Polizei. Ermittlungen in diese Richtung verliefen allerdings im Sand. Ebenso wie zahlreiche andere Versuche der Eltern, ihre Tochter zum Beispiel auch in Marokko zu finden.

Selbst Privatdetektive versuchten die mögliche Entführungsroute zu rekonstruieren. Vieles hätte darauf hingedeutet, dass die Dreijährige von der Ferienanlage bis zum spanischen Hafen Tarifa gebracht worden sei. Von dort gäbe es ein Fähre nach Marokko - Maddie hätte also innerhalb von fünf Stunden nach Afrika gebracht werden können.

Auch dort sollen Touristen das Mädchen angeblich entdeckt haben. Und das sogar nur wenige Stunden, nachdem sie als vermisst gemeldet wurden.

Doch auch diese Spur verlief ins Leere. Die Ermittler stellten deshalb die Suche 2008 sogar komplett ein. Erst 2013 brachten neue Indizien die Sache wieder ins Rollen.

Auch die Informationen des ehemaligen Polizisten werden höchstwahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse liefern können. Nur vielleicht die Hoffnung der Eltern bestärken, ihre Tochter vielleicht doch noch einmal wiederzusehen.


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