Fall Susanna: Ali Bashar kommt hinter Schloss und Riegel

Frankfurt/Wiesbaden/Mainz - Der Fall der toten 14-jährigen Susanna aus Mainz wühlt das ganze Land auf. Ihr mutmaßlicher Mörder, der 20-jährige Iraker Ali Bashar, sitzt nach einer spektakulären Flucht nun hinter Gittern.

Von Polizisten eskortiert wurde Ali Bashar zu einem Polizeihubschrauber gebracht.
Von Polizisten eskortiert wurde Ali Bashar zu einem Polizeihubschrauber gebracht.  © Polizei Westhessen/Twitter, dpa

Der gegen ihn erhobene Vorwurf wiegt schwer: Er soll die 14 Jahre alte Susanna F. in der Nacht vom 22. auf 23. Mai erst vergewaltigt und anschließend durch Gewalt gegen den Hals getötet haben (TAG24 berichtete).

Der Tatverdächtige hatte sich in den Nordirak abgesetzt und war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden.

Nach Angaben von Ermittlern vor Ort gestand Ali Bashar die Tat in kurdischer Haft. Demnach sagte er aus, er und sein Opfer hätten viel Alkohol getrunken und Tabletten geschluckt, schließlich sei es zum Streit gekommen. Das Mädchen habe gedroht, die Polizei anzurufen, was ihn zu seiner Tat getrieben habe – er habe die 14-Jährige stranguliert.

Am Samstag war Ali Bashar von den Kurden nach Deutschland ausgeliefert worden. Gegen 21.30 Uhr meldete das Polizeipräsidium Westhessen über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass man den Tatverdächtigen in Gewahrsam genommen habe.

Der Screenshot zeigt Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn in Wiesbaden
Der Screenshot zeigt Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn in Wiesbaden  © Screenshot, Twitter/Polizei Westhessen

Am Sonntag wurde der 20-Jährige dann einer Haftrichterin vorgeführt, wo er umfassend aussagte. Zunächst bestand jedoch Unklarheit darüber, ob er tatsächlich in Untersuchungshaft genommen wird (TAG24 berichtete).

Gegen 20.30 Uhr teilte dann die Polizei Westhessen schließlich über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass die Richterin gegen den Tatverdächtigen Ali Bashar Untersuchungshaft angeordnet habe. In einem zweiten Tweet wurde mitgeteilt, dass der 20-Jährige per Polizeihubschrauber in eine Justizvollzugsanstalt gebracht werde. Welches Gefängnis dies sei, wurde nicht kommuniziert.

Im Vorfeld war jedoch aus Ermittlerkreisen bekannt geworden, dass der junge Iraker möglicherweise in das Männergefängnis Frankfurt I gebracht werden soll. Dort könne er im Fall einer Suizidgefährdung besser überwacht werden.

Update, 21.42 Uhr: Der Tatverdächtige Ali Bashar hat gegenüber der Polizei und der Ermittlungsrichterin die Tötung von Susanna gestanden. Dies sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn von der Staatsanwaltschaft Wiesbaden.

Die Vergewaltigung der 14-Jährigen hat er demnach jedoch bestritten. "Als Motiv für die Tat gab er an, dass er aufgrund von Verletzungen im Gesicht von Susanna, die infolge eines Sturzes entstanden sein sollen, befürchtet habe, dass diese die Polizei informieren werde", sagte der Oberstaatsanwalt in einem von der Polizei Westhessen auf Twitter verbreiteten Video weiter.

Außerdem bestätigte Oliver Kuhn, dass der Tatverdächtige mit einem Polizeihubschrauber in eine Justizvollzugsanstalt in Frankfurt gebracht wurde. Er sagte jedoch nicht, in welches Gefängnis genau.

Mit einem Transparent ziehen Demonstranten am Sonntag durch die Innenstadt von Mainz.
Mit einem Transparent ziehen Demonstranten am Sonntag durch die Innenstadt von Mainz.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Das Verbrechen, das dem 20-jährigen Iraker zur Last gelegt wird, hat unterdessen auch eine weitreichende politische Dimension.

Die AfD nimmt den Mordverdacht gegen Ali Bashar zum Anlass, um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik scharf zu kritisieren (TAG24 berichtete).

In Mainz gab es am Samstag Demonstrationen, sowohl die AfD wie auch linksgerichtete Gruppierungen gingen auf die Straße (TAG24 berichtete). Auch am Sonntag wurde die Proteste fortgesetzt.

Die rechts orientierte Initiative "Beweg was!" protestierte auf dem Ernst-Ludwig-Platz gegen illegale Einwanderung. Die Polizei zählte rund 80 Teilnehmer. Zu zwei Gegendemonstrationen seien insgesamt rund 150 Menschen gekommen, die sich um die Veranstaltung der Initiative gruppiert hätten, hieß es weiter. Absperrgitter trennten die drei Gruppierungen voneinander.

Die Kundgebungen in Mainz blieben friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Titelfoto: Polizei Westhessen/Twitter, dpa


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