Alice Schwarzer verhöhnt junge Muslima mit Kopftuch

Frankfurt am Main - Alice Schwarzer hat mit einem Kommentar im Rahmen der umstrittenen Kopftuch-Konferenz in Frankfurt für einen heftigen Shitstorm gesorgt. Ein Video in den sozialen Medien dokumentiert die Szenerie.

Alice Schwarzer sorgte in Frankfurt mit einem Kommentar für Empörung.
Alice Schwarzer sorgte in Frankfurt mit einem Kommentar für Empörung.  © DPA

Doch von Beginn an: Die Feministin nahm als Rednerin an der Konferenz "Das islamische Kopftuch - Symbol der Würde oder der Unterdrückung?" teil, die am Donnerstag an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main stattfand.

Am Rande der Veranstaltung traf Kopftuch-Gegnerin Schwarzer auf eine Gruppe Muslimas, die das Tragen der religiösen Tradition gegenüber der 76-Jährigen um jeden Preis verteidigen wollten.

Zwischen Schwarzer und einer jungen Muslima kam es zu einem Wortgefecht. Plötzlich holte die Autorin aus, touchierte während einer ausufernden Bewegung die ausgestreckte Hand der Demonstrantin der "#wirbleibenlaut"-Bewegung.

Die Frau reagierte schnell und bestimmt: "Fassen Sie mich nicht an!". Es wurde hektisch. Schwarzer sagte in Richtung ihrer Kontrahentin: "Oh, ich dachte, nur ein Mann darf sie nicht anfassen."

Die Muslimas zeigten sich von diesem Dialog empört, drohten sogar mit einer Anzeige. Das Video endete wenige Sekunden später.

Im Netz sorgte diese Szenerie nun für einen heftigen Shitstorm gegen Schwarzer. So schrieb die türkische Journalistin Hatice Akyün auf Twitter: "Diese paar Sekunden mit Alice Schwarzer sind kaum auszuhalten, ihre Arroganz, ihre Überheblichkeit, ihr Respektlosigkeit, ihr Zynismus! Wenn das Feminismus sein soll, dann schäme ich mich, Feministin zu sein."

Auch Deutschlands bekanntester Satiriker gab süffisant seinen Senf zum verbal-Angriff Schwarzers ab: "alte weisse Frau", kommentierte er das Video in seinem Retweet.

Zudem warfen Schwarzer einige Twitter-User vor, das islamische Kopftuch für das Anstacheln einer Diskussion über die Unterdrückung der Frauen zu nutzen. "Alice Schwarzer ist nicht mehr als eine rassistische Frau, die Rechte für weiße Frauen fordert, aber andere Frauen aus anderen Kulturen nicht respektiert", so die Meinung eines Nutzers.

Schwarzer selbst versuchte die Wogen via dem von ihre gegründeten Emma-Magazin wieder etwas zu ihren Gunsten zu glätten. Dort schrieb sie: "Ich staune, wie ihr die Tatsachen verdreht. Ich war während der Konferenz die Einzige, die zu raus zu euch gegangen ist, um mit euch zu reden." Sie sei von den Muslimas "sehr erregt" angeschrieben worden. Ihre Wortwahl sei lediglich "ironisch" zu verstehen gewesen.

Abschließend bezeichnete Schwarzer das Geschehene als "Diffamationskampagne".


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