"Schlecht durchdacht": Alkoholverbot nach einem Tag aufgehoben

Minsk - Nur einen Tag nach Inkrafttreten hat Weißrusslands Präsident, Alexander Lukaschenko, das Nacht-Alkohol-Verbot wieder aufgehoben. Es sei schlecht durchdacht.

Wer nachts Schnaps braucht, kann den in Weißrussland auch weiterhin nach 23 Uhr kaufen.
Wer nachts Schnaps braucht, kann den in Weißrussland auch weiterhin nach 23 Uhr kaufen.  © 123rf.com/Mirko Vitali

Das Gesetz war seit 1. Oktober gültig. Danach sollte in der Hauptstadt Minsk und anderen Regionen in Weißrussland nachts kein Alkohol mehr verkauft werden. Doch noch innerhalb der ersten 24 Stunden hat Lukaschenko die Rücknahme angeordnet, berichtet das russische Nachrichtenportal "Belorusskij Novosti".

"Nach dem Lesen der ihm zur Verfügung gestellten Informationen hat der Präsident beschlossen, dieses schlecht durchdachte Gesetz innerhalb von 24 Stunden zu widerrufen", zitiert die russische Staatsagentur Belta den Staatschef.

Belta informiert, dass solche Verbote laut dem Präsidenten "nicht nur ineffektiv, sondern auch schädlich sind". Sie würden die Entwicklung einer Schattenwirtschaft und somit die Kriminalität begünstigen. Außerdem würden sich die Leute dann wieder mehr mit gepanschtem Alkohol selbstversorgen.

Stattdessen will Lukaschenko in Zukunft auf Prävention und die Förderung eines gesunden Lebensstils setzen.

Das weißrussische Innenministerium hatte schon lange einen eingeschränkten Alkoholverkauf gefordert. Die Behörden von Minsk haben daraufhin ein Gesetz verfasst, dass es dem Einzelhandel verbietet, zwischen 23 und 7 Uhr Alkohol zu verkaufen.

Die Beschränkung sollt zunächst für ein Jahr gelten. Das Verbot galt nicht für Gastronomiebetriebe.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko.
Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko.  © Sergei Grits/AP POOL/dpa

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