Alligatoah live in Leipzig: Ein Abend im "Hotel Kalliforniah"

Leipzig - Lang mussten sich die Leipziger gedulden, nun war es endlich so weit. Am Samstag brachte Alligatoah die Arena zum Tanzen, Moshen und Mitsingen und bewies dabei: Das Warten hat sich doch gelohnt.

Hoch die Hände: Alligatoah heizte am Samstag der Arena Leipzig ein.
Hoch die Hände: Alligatoah heizte am Samstag der Arena Leipzig ein.  © Eric Mittmann

Es war ein guter Abend für die Messestadt. Während im Red Bull Arena RB den Bayern trotzte (TAG24 berichtete), lud gegenüber Tausendsassa Alligatoah zum gemeinsamen Tanz. Nachholtermin seiner im Januar krankheitsbedingten "Wie Zuhause Tour". Nachdem zunächst "Zugezogen Maskulin" der ausverkauften Arena einheizten, ging es pünktlich um 20.30 Uhr los mit dem Spektakel.

Dabei machte Lukas Strobel alias Alligatoah gleich von der ersten Minute an klar: Hier wird Unterhaltung geboten, so skurril und abgedreht das auch mal sein mag. Das Intro liefert der 30-Jährige - angelehnt an das Cover seines aktuellen Albums "Schlaftabletten, Rotwein V" - in Form einer Blume. Bei "Lass Liegen" schiebt ihn Sidekick "Lift Boy Bastie" in einer Mülltonne über die Bühne. Kurz darauf wird er von selbigem in "Beinebrechen" mit einem Baseballschläger verfolgt.

Zwischendurch werden natürlich die erwarteten Hits eingestreut. Angefangen mit "Fick ihn doch" über "Du bist schön" und "Melodie" bis "Willst du", das Alligatoah erst kurz vor Ende der rund zweistündigen Show performt und dabei nicht umhin kommt, all die Fans zu erwähnen, die nur diesen Song kennen. Davon abgesehen konnten sich die Fans über fast alle Songs des aktuellen Albums freuen. Von "I Need A Face" über "Meinungsfrei" bis hin zu "Wie Zuhause".

Alligatoah in der Arena: Die Unterhaltung steht im Vordergrund

Der Ausnahme-Rapper lieferte vor allem Songs aus seinem aktuellen Album "Schlaftabletten, Rowein V", aber natürlich durften auch Hits wie "Willst du" nicht fehlen.
Der Ausnahme-Rapper lieferte vor allem Songs aus seinem aktuellen Album "Schlaftabletten, Rowein V", aber natürlich durften auch Hits wie "Willst du" nicht fehlen.  © Eric Mittmann

Auf Sozialkritische oder gar politische Ansagen zwischen den Songs verzichtete Alligatoah dabei komplett.

Überraschend für einen Künstler, der dies immer wieder in seinen Texten thematisiert, gleichzeitig aber auch durchaus konsequent. Hier steht die Unterhaltung im Vordergrund, das Schauspiel, das der 30-Jährige seinen Fans bieten will.

Vor allem das Bühnenbild, das sogenannte "Hotel Kalliforniah", sorgte dabei immer wieder für Staunen. Immer wieder ändert sich die Kulisse, passend zum aktuellen Song, und offenbart somit neue Geheimnisse des "Hotels". Für "Ein Problem mit Alkohol" geht es an die Bar, für "Beinebrechen" in die Gasse hinter dem "Gebäude" und für "Freie Liebe" in die Hippie-Kommune, wobei Alligatoah seinen Lift Boy anbrüllt, weil dieser nicht mit seiner Frau geschlafen habe.

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Einzig der Sound wirkt an einzelnen Stellen fast schon etwas zu mächtig. Während das bei "Fick ihn doch" noch funktioniert, knallen die Drums bei "Hass" indes so laut rein, dass sich alles andere nur noch erahnen lässt. Die Fans stört dies aber keineswegs, während sie jeden Song euphorisch aufnehmen. Immer wieder werden Moshpits gestartet, gehüpft und geklatscht und Textzeilen schallen lautstark durch die Arena.

Ein guter Abend für die Messestadt. Um es in den Worten von Alligatoah zu sagen: "Gern geschehen".

Künstler skurril: Das Intro performte der 30-Jährige als Blume hinter einer Leinwand.
Künstler skurril: Das Intro performte der 30-Jährige als Blume hinter einer Leinwand.  © Eric Mittmann
Für "Ein Problem mit Alkohol" ging es hingegen zusammen mit "Lift Boy Bastie" an die Bar. Immer wieder änderte sich das Bühnenbild, passend zum Thema des jeweiligen Songs.
Für "Ein Problem mit Alkohol" ging es hingegen zusammen mit "Lift Boy Bastie" an die Bar. Immer wieder änderte sich das Bühnenbild, passend zum Thema des jeweiligen Songs.  © Eric Mittmann
Die Fans feierten derweil euphorisch mit, tanzten, moshten und sangen jede Zeile bis zum Ende der rund zweistündigen Show.
Die Fans feierten derweil euphorisch mit, tanzten, moshten und sangen jede Zeile bis zum Ende der rund zweistündigen Show.  © Eric Mittmann

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