Ermittler setzen drei Jahre nach Alster-Mord auf neuen Ansatz

Hamburg - Der Mord an dem 16-jährigen Schüler Victor E. an der Alster erschütterte Hamburg. Auch drei Jahre nach der Tat ist der Mörder weiterhin flüchtig.

Die Anteilnahme am Tod des 16-Jährigen war groß. Zahlreiche Menschen stellten Kerzen, Blumen und Botschaften an der Alster ab. (Archivbild)
Die Anteilnahme am Tod des 16-Jährigen war groß. Zahlreiche Menschen stellten Kerzen, Blumen und Botschaften an der Alster ab. (Archivbild)  © dpa/Christian Charisius

"Es gibt eine Vielzahl an Spuren, aber es hat sich nichts so verdichtet, dass man von einem Durchbruch sprechen kann", sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach.

Gleichwohl geben die Ermittler nicht auf.

Man arbeite zurzeit an einem psychiatrischen Profilbild des Täters, erklärte Frombach.

Dieses Bild wollen die Kriminalisten mit den mehr als 4000 Spurenakten abgleichen, die sich inzwischen zu dem Fall angesammelt haben.

Victor E. war am Abend des 16. Oktober 2016 mit einer Freundin an die Alster gegangen.

Während die beiden nahe der Kennedybrücke am Ufer saßen, näherte sich plötzlich ein Unbekannter von hinten und stach mehrfach mit einem Messer auf den Gymnasiasten ein.

Monatelang trauerte die Stadt

Polizisten haben den Tatort an der Kennedybrücke abgesperrt. (Archivbild)
Polizisten haben den Tatort an der Kennedybrücke abgesperrt. (Archivbild)  © dpa/Daniel Reinhardt

Der Täter stieß die damals 15 Jahre alte Freundin des Schülers ins Wasser. Das Mädchen konnte sich unverletzt aus der Alster retten. Der Jugendliche starb wenig später im Krankenhaus.

Die Hamburger hatten mit großer Anteilnahme auf das Verbrechen reagiert. Monatelang standen Blumen und Grablichter am Tatort.

Die Polizei ließ nichts unversucht, den Täter zu finden. Öffentlich fahndete sie nach einem Mann mit südländischer Erscheinung Anfang 20.

Eine Bekennermeldung des sogenannten Islamischen Staates zwei Wochen nach der Tat hielten die Ermittler für unglaubwürdig. Die Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von 5000 Euro aus.

Im Sommer vergangenen Jahres griff die ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy... ungelöst" den Fall auf.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0