Ein Boot voller Schwäne: Was hat dieser Mann mit den Vögeln vor?

Hamburg - Die ersten Hamburger Alsterschwäne sind in ihr alljährliches Winterquartier umgezogen.

Die Alsterschwäne werden an der Rathausschleuse zusammengetrieben, um dann eingefangen zu werden.
Die Alsterschwäne werden an der Rathausschleuse zusammengetrieben, um dann eingefangen zu werden.  © dpa/Daniel Reinhardt
Zahlreiche Passanten verfolgten am Dienstag, wie Schwanenvater Olaf Nieß mit mehreren Helfern rund 40 seiner Schützlinge an der Rathausschleuse in Boote verfrachtete, um sie zum Eppendorfer Mühlenteich zu fahren.

Das Gewässer kann durch Pumpen eisfrei gehalten werden. Im April sollen die Tiere dann wieder in ihr Sommerrevier zurückkehren.

Weitere Schwäne sind noch auf der Alster unterwegs und sollten nach und nach eingesammelt werden. Damit sie während der Fahrt nicht ausbüxen können, binden die Helfer ihre Flügel fest.

Aufgrund der warmen Witterung hat Nieß die rund 120 Schwäne in diesem Jahr später als gewöhnlich aus ihrem Sommerquartier abgeholt.

Sommerhitze brachte tödliche Infektion

 Schwanenvater Olaf Nieß bringt die Vögel mit dem Boot ins Winterquartier.
Schwanenvater Olaf Nieß bringt die Vögel mit dem Boot ins Winterquartier.  © dpa/Daniel Reinhardt

Einige der Alsterschwäne mussten ihrem Überwinterungsort in Eppendorf bereits im Sommer notgedrungen einen Kurzbesuch abstatten: Knapp 40 Schwäne waren im August vorübergehend dorthin verlegt worden, nachdem mehrere Tiere an einer Darmentzündung gestorben waren.

Die Krankheit wurde den Angaben zufolge durch giftige Bakterien ausgelöst, die sich bei langanhaltender Hitze durch zersetzende Algen bilden.

Abweichungen in ihrem jährlichen Umzugsplan sind die Schwäne aber schon gewöhnt: Den Winter 2016/2017 etwa mussten die Tiere zum Schutz vor der Vogelgrippe in einem großen Zelt verbringen und konnten erst mit mehreren Wochen Verzögerung auf die Alster zurückkehren.

Das Hamburger Schwanenwesen hat eine jahrhundertelange Tradition. Das Amt des Schwanenvaters gibt es seit 1674.

Die Hansestadt brach damit den Brauch, dass die Schwanenhaltung nur Königen und Fürsten vorbehalten war.

Titelfoto: dpa/Daniel Reinhardt

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