Hamburg beerdigt nach Jahrzehnten still und leise das Alstervergnügen

Hamburg - Nach mehr als 40 Jahren ist das Hamburger Alstervergnügen vermutlich Geschichte.

Das Alstervergnügen lockte mehrere Hunderttausend Besucher an die Binnenalster. (Archivbild)
Das Alstervergnügen lockte mehrere Hunderttausend Besucher an die Binnenalster. (Archivbild)  © dpa/Georg Wendt

Auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten David Erkalp teilte der Senat mit, beim Bezirksamt Mitte habe kein Veranstalter sein Interesse an der Ausrichtung des Festes rund um die Binnenalster bekundet.

"Es ist daher derzeit davon auszugehen, dass eine Veranstaltung im Format des Alstervergnügens nicht mehr stattfindet", hieß es.

Von einer neuerlichen Ausschreibung des Festes habe das Bezirksamt bisher abgesehen.

Es seien auch keine Planungen für eine Alternativveranstaltung bekannt.

Im November 2017 hatte der damalige Veranstalter mitgeteilt, er könne das Alstervergnügen in den kommenden Jahren nicht bewältigen.

Das Unternehmen machte erhöhte Kosten für die Sicherheit nach dem Lkw-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 geltend.

CDU kritisiert Regierung für Umgang mit dem Fest

Feuerwerk beim Alstervergnügen erhellt den Himmel über Hamburg. (Archivbild)
Feuerwerk beim Alstervergnügen erhellt den Himmel über Hamburg. (Archivbild)  © dpa/Daniel Bockwoldt

Der Senat hatte jedoch klargestellt, dass das Bezirksamt und die Polizei den weitaus größten Teil der zusätzlichen Kosten im Jahr 2017 übernommen hätten.

Dann hatte die RSW Veranstaltungs GmbH erklärt, es fehle ein Großsponsor.

Ein Rettungsversuch im vergangenen Jahr scheiterte.

"Dass (...) der Senat nicht einmal versucht, das beliebte und traditionsreiche Fest für jedermann wieder aufleben zu lassen, ist wirklich traurig", kommentierte Erkalp.

Bei anderen Festen subventioniere die Stadt am laufenden Band.

"Auch deshalb hätte ich vom rot-grünen Senat ein deutlich größeres Engagement erwartet. Adieu Alstervergnügen!", erklärte der CDU-Fraktionssprecher für Tourismus.

Das Fest mit Musik, Wassersport und Feuerwerk hatte seit 1976 alljährlich mehrere Hunderttausend Besucher angelockt, beim letzten Mal Anfang September 2017 waren 360.000 Menschen gekommen.

Ursprünglich hatte das Alstervergnügen die Innenstadt beleben und Straßenkünstlern eine Plattform bieten sollen.

Titelfoto: dpa/Georg Wendt

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