Für ihre Lebenslüge: Altenpflegerin wollte Seniorin ermorden!

"Ich hatte mich in eine Lüge verstrickt!" So versuchte Ricarda F. (32) den 
brutalen Mordversuch zu erklären.
"Ich hatte mich in eine Lüge verstrickt!" So versuchte Ricarda F. (32) den brutalen Mordversuch zu erklären.  © Ove Landgraf

Görlitz - Der brutale Überfall auf Rentnerin Elfriede W. (85) im Oktober 2016. Seit Dienstag ist Prozess am Görlitzer Landgericht. Aus Habgier, so die Anklage, versuchte Altenpflegerin Ricarda R. (32), die Seniorin zu ermorden.

Damals klingelte die Täterin bei der Witwe, die der Frau im Schwesternkittel öffnete. "Sie sagte, sie will die Dokumentenmappe vom Pflegedienst kontrollieren", so die Seniorin später zur Polizei.

Ricarda sagte unter Tränen: "Ich kannte die Dame aus meiner Ausbildung. Ich wusste, dass ihr Geld im Stubenschrank ist. Das wollte ich. Was dann passierte, war aber nicht geplant."

Sie will spontan eine Synthetik-Kordel, die da lag, gegriffen haben. Damit würgte Ricarda R. die Seniorin, die bewusstlos im Sessel zusammensackte. Die Täterin griff 140 Euro, versuchte noch, Feuer zu legen, um Spuren zu verwischen. "Ich habe noch kurz ihren Puls gefühlt und bin weg."

Laut Oberstaatsanwalt kam Elfriede W. nur durch Zufall wieder zu sich, aus Nase und Ohren blutend. "Es bestand akute Lebensgefahr", so der Jurist. Sechs Tage später fasste die "Soko Kittel" Ricarda. Die hatte das Geld gebraucht, um ihre Lebenslüge aufrechtzuerhalten.

Ihr neuer Freund und dessen Mutter glaubten, sie würde tatsächlich als Altenpflegerin arbeiten. Dabei hatte Ricarda bereits einer anderen Seniorin 6000 Euro geklaut, den Job verloren, ihrem Ex Geld vom Konto geräumt. Der Staatsanwalt ermittelte bereits.

"Heute bringe ich Geld mit", hatte sie sich morgens von ihrer Schwiegermutter in spe verabschiedet. Den Kittel überm Arm. "Sie sollte ja auch glauben, ich gehe zur Arbeit", so die Angeklagte. Urteil folgt.

Seniorin Elfriede W. (85) vor der Tat. Heute, so ihre Angehörigen, ist sie ängstlich und geht überhaupt nicht mehr aus dem Haus.
Seniorin Elfriede W. (85) vor der Tat. Heute, so ihre Angehörigen, ist sie ängstlich und geht überhaupt nicht mehr aus dem Haus.

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