Abgeschoben im Süden Berlins! Islamistische Gefährder könnten neue Nachbarn werden

Eine Person steht im Flur der Jugendarrestanstalt Berlin am Kirchhainer Damm (Lichtenrade).
Eine Person steht im Flur der Jugendarrestanstalt Berlin am Kirchhainer Damm (Lichtenrade).  © DPA

Berlin - Weil die bisherige Abschiebeeinrichtung in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) umfangreich saniert werden muss und Berlin diese nun - wie eigentlich vorgesehen - nicht mitbenutzen kann, muss eine Alternative her. Des Rätsels Lösung könnte die Jugendarrestanstalt in Lichtenrade sein, wie die Bild berichtet.

Bereits vor fünf Jahren gab es von Seiten der Anwohner erhebliche Proteste. Sie wollte nicht, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein Jugendarrest errichtet wird. Der Knast am Kirchhainer Damm soll nun ab 2018 für die nächsten zwei bis drei Jahre als Abschiebegewahrsam genutzt werden.

Vor allem islamistische Gefährder sollen nach den Plänen der Senatsinnenverwaltung künftig im Süden von Berlin untergebracht werden. Ein erneuter Protest-Sturm könnte folgen.

Doch warum ausgerechnet der Jugendarrest an der Stadtgrenze? Rund 60 Plätze fasst die Anstalt, die jedoch seit Längerem nicht voll ausgelastet ist. Laut Bild-Zeitung sind gerade einmal ein Drittel der Plätze besetzt.

Zudem bietet die Einrichtung in Lichtenrade gegenüber Eisenhüttenstadt viele Vorzüge: "Das Objekt bietet einen höheren Sicherheitsstandard und könnte punktuell (wenige Tage bis Wochen am Stück, je nach Bedarf) zur Unterbringung von Gefährdern bis zu deren Abschiebung genutzt werden", wie es in einer Parlamentsvorlage der Senatsinnenverwaltung heißt.

Für den Jugendarrest ist dann jedoch kein Platz mehr. Diese soll dann ebenfalls umziehen.

Das Abschiebegewahrsam Eisenhüttenstadt wird saniert und steht daher nicht zur Verfügung.
Das Abschiebegewahrsam Eisenhüttenstadt wird saniert und steht daher nicht zur Verfügung.  © DPA

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