Schrotthändler wegen Millionen-Betrug vor Gericht

Mike S. (49) mit seinem Anwalt im Landgericht Chemnitz
Mike S. (49) mit seinem Anwalt im Landgericht Chemnitz

Von Ronny Licht

Chemnitz - Wie man aus Schrott richtig Geld macht, wussten sie - nur war das alles nicht ganz legal. Dafür stehen jetzt drei Altmetallhändler vorm Chemnitzer Landgericht - sie sollen den Fiskus um rund 1,6 Millionen Euro betrogen haben...

Vor dem Amtsgericht hatte es im Juli 2014 bereits heftige Urteile gegeben: Wegen Steuerhinterziehung hatten die Richter die drei Angeklagten zu Haftstrafen von bis zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Sylvio M. (49), Adnan K. (44) und Mike S. (49) legten Berufung ein.

Vor dem Kadi schwiegen sie gestern erst einmal beharrlich. Dafür waren sie laut Anklage im Jahr 2008 bei ihren Rechnungen weitaus offensiver.

Die drei Schrotthändler stellten sich gegenseitig sowie zwei weiteren Komplizen frei erfundene Rechnungen für Lieferungen und Transporte von Altmetall aus.

Teilweise führten die Spuren bis nach Polen. Bevorzugt wurde dabei das teure Edelmetall Tantal angegeben - daraus werden unter anderem Nägel für Operationen hergestellt.

Fünf Monate lang gaben die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft und Amtsgerichts-Urteil falsche Steuererklärungen ab, richteten dabei rund 1,6 Millionen Euro Schaden an.

Weil die Sache dem Chemnitzer Finanzamt spanisch vorkam, wurden die Firmen überprüft. Wenig später kam die Polizei zum Verhör ...

Der Prozess wird fortgesetzt, ein Urteil Ende September erwartet

Fotos: dpa/Uli Deck, Ronald Wittek; Klaus Jedlicka


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