Wieder Schiedsrichter im Amateur-Fußball angegriffen: Kopfstoß und Regenschirm-Attacke

Offenbach - Die gewalttätigen Angriffe auf Schiedsrichter im Amateur-Fußball in Hessen nehmen kein Ende.

Schiedsrichter werden wegen ihrer Entscheidungen auf dem Spielfeld häufig angefeindet (Symbolbild).
Schiedsrichter werden wegen ihrer Entscheidungen auf dem Spielfeld häufig angefeindet (Symbolbild).  © 123RF/lightfieldstudios

Diesmal ist es in der Kreisliga C Offenbach zu einem Übergriff gekommen.

Der Unparteiische wurde massiv attackiert, musste sich sogar beim Verlassen des Platzes in Richtung Kabine noch gegen die Amateurspieler wehren.

In der Partie SKG Rumpenheim II gegen Sparta Bürgel II wurde der Referee Opfer eines "neuerlichen Gewaltvorfalls", wie der Hessische Fußball-Verband (HFV) am Dienstag mitteilte.

Zuvor hatte die Offenbach Post berichtet, der Unparteiische sei geschlagen, getreten und bespuckt worden. Übeltäter seien vier Spieler und der Co-Trainer der Gästemannschaft gewesen. Die Partie am Sonntag wurde abgebrochen. Der Verband zeigte sich "sehr bestürzt" und verurteilte die Tat.

"Wir werden diesen Fall genau prüfen und sportgerichtlich entsprechend sanktionieren. Gewalt hat auf unseren Fußballfeldern keinen Platz", sagte HFV-Präsident Stefan Reuß und kündigte an: "Um solchen Vorkommnissen zukünftig besser vorzubeugen, planen wir bereits zusätzlich zu unseren Leistungen in Zusammenarbeit mit Fair Play Hessen weitere Maßnahmen, die wir in Kürze veröffentlichen werden."

Er könne immer nur wieder den Vereinen verdeutlichen, dass Fußballer "es nicht als Selbstverständlichkeit ansehen, dass jedes Spiel von einem Unparteiischen geleitet wird".

Schiedsrichter berichtete von Kopfstoß und Regenschirm-Attacke

Der 41 Jahre alte Unparteiische wurde nach eigenen Angaben beim Verlassen des Platzes von einem Spieler auch noch per Kopfstoß attackiert. Zudem sei er mit einem Regenschirm in den Bauch gestochen worden. "Mir wurde kurz schwarz vor Augen, aber ich schaffte es in die Kabine", sagte er in dem Bericht. "Ich liebe den Fußball. Deshalb wurde ich Schiedsrichter, als ich nicht mehr selbst spielen konnte", sagte der Heusenstammer, der für den JSK Rodgau pfeift. "Aber das war der Tiefpunkt. Da fragt man sich schon, warum man sich das antut."

Erst vor drei Wochen hatte ein Fall bundesweit für Aufsehen gesorgt. Beim Spiel FSV Münster gegen den TV Semd in Südhessen war ein 22 Jahre alter Schiedsrichter bewusstlos geschlagen und per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: 123RF/lightfieldstudios

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