Amazon meldet Patent an: Bezahlen wir schon bald mit der Hand?

New York - Über Jahrzehnte hat sich in Supermärkten so gut wie nichts verändert. Doch Internet-Gigant Amazon hat da ein paar Ideen, die das radikal ändern könnten.

In amazon go Geschäften müssen Kunden ihre Waren nicht mehr an einer Kasse bezahlen.
In amazon go Geschäften müssen Kunden ihre Waren nicht mehr an einer Kasse bezahlen.  © Elaine Thompson/AP/dpa

Während wir hierzulande über Sinn und Unsinn von SB-Kassen diskutieren, sind Jeff Bezos und sein Team von Amazon dabei, die Welt des Einkaufes weitreichend zu revolutionieren.

Vor noch gar nicht all zu langer Zeit eröffnete der Internet-Gigant seine ersten "amazon go" Märkte (TAG24 berichtete).

Durch zahlreiche Kameras und Sensoren ist es möglich, dass Kunden Waren einfach aus dem Regal nehmen, sie in ihre Tasche packen und den Laden wieder verlassen.

Der Gang zur Kasse fällt weg, da die Summe über den Amazon-Account automatisch vom Konto abgebucht wird.

Lediglich beim Betreten der Märkte muss eine spezielle App auf dem Handy gescannt werden. Doch auch das könnte laut New York Post und Vox recode bald Geschichte sein.

Wie die beiden Onlineportale berichten, hat Amazon am vergangenen Donnerstag einen Patentantrag für ein Zahlungssystem "aus Fleisch und Blut" gestellt.

Projekt mit dem Codename "Orville" könnte auch Handys bald überflüssig machen

Bald schon könnte das Bezahlen per Hand selbstverständlich sein.
Bald schon könnte das Bezahlen per Hand selbstverständlich sein.  © 123RF Gui Yongnian & fotographic1980

Dabei handelt es sich angeblich um einen speziellen Handscanner, der Oberflächenmerkmale wie Falten oder Venen auf ein Zehntausendstel genau erkennen kann.

Anders als bisherige Fingerabdruckscanner benutzen sie eine Technologie, mit der die Merkmale auch ohne Auflegen übermittelt werden.

Sind die Hände einmal implementiert und mit dem Amazon-Konto verknüpft, können sie beispielsweise die Handy-App ersetzen oder als Debit- beziehungsweise Kreditkarte dienen.

Aktuell spielen Mitarbeiter des New Yorker Büros Versuchskaninchen. An einer handvoll Automaten können sie mit ihren Händen Limonade, Chips, Müsliriegel oder Telefonladegeräte kaufen.

Ob das Gerät danach wirklich auf den Markt kommt, ist noch unklar. Sinnvoll wäre es für den Konzern, denn der Zahlungsverkehr könnte durch die neuen Scanner erheblich beschleunigt werden.

Laut Post dauert eine normale Kartentransaktion drei bis vier Sekunden. Die neuen Scanner sollen die Zahlungsabwicklung in unter 300 Millisekunden schaffen. Die Folge ist klar, mehr Kunden können bedient und somit mehr Geld eingenommen werden.

Zudem geben die Menschen laut Experten mehr Geld aus, wenn das Bezahlen einfach ist und ohne Bargeld stattfindet: "Die Leute geben in der Regel mehr aus, wenn sie nicht die Erfahrung haben, etwas Greifbares wie Geld zu berühren. Der Nutzen des Geldes wird vergänglicher."

Wie auch immer man zu all diesen Innovationen und der einhergehenden Datenschutzproblematik stehen mag, in Deutschland diskutieren wir lieber weiter über SB-Kassen.

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