Auf Passanten eingeprügelt: Nun müssen sich vier Flüchtlinge dafür verantworten

Amberg - Es ist ein Prozess, der deutschlandweit für Aufsehen sorgen dürfte: Weil sie Ende letzten Jahres wahllos Passanten in der Amberger Innenstadt angegriffen haben sollen, müssen sich vier junge Flüchtlinge verantworten.

Der aufsehenerregende Prozess gegen die jungen Männer findet in Amberg statt.
Der aufsehenerregende Prozess gegen die jungen Männer findet in Amberg statt.  © DPA

Das Verfahren beginnt am Dienstag (8.30 Uhr) vor dem Amtsgericht Amberg. Geplant sind laut Angaben des Gerichts 25 Verhandlungstermine.

Die drei Afghanen und ein Iraner sollen der Staatsanwaltschaft zufolge insgesamt 21 Menschen attackiert haben, von denen 15 verletzt wurden.

Der erschreckende Vorfall hatte in ganz Deutschland für Aufsehen und in der Folge auch für teils heftige Debatten gesorgt.

Den Männern wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, drei von ihnen auch Beleidigung.

Sie sollen zur Tatzeit betrunken gewesen sein, einige auch andere Drogen genommen haben. Die meisten Verletzten erlitten nach Darstellung der Ermittler Prellungen und Blutergüsse.

Update 11 Uhr: Prozess gegen Männer hat begonnen

Zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Amtsgericht Amberg wurde zunächst die Anklageschrift verlesen und übersetzt. Angaben zu ihren Personalien machten die jungen Männer auf deutsch.

Den Ermittlungen nach waren die Angreifer zur Tatzeit erheblich betrunken, drei von ihnen hatten Drogen konsumiert. Fast 100 Zeugen wurden vernommen und zahlreiche Videoaufnahmen ausgewertet, so dass sich der Tatablauf rekonstruieren ließ.

Oberstaatsanwalt Joachim Diesch hatte bei Abschluss der Ermittlungen gesagt, dass wohl eine Kombination aus Langeweile, Alkohol und Gruppendynamik Grund für die Taten sei. Das Geschehen sei unabhängig von der Herkunft der vier Angeschuldigten zu betrachten.

Update 13.10 Uhr: Angeklagte gestehen die Angriffe

Im Prozess um die Prügelattacke von vier Flüchtlingen auf Passanten in Amberg haben sich Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf ein Strafmaße geeinigt.

Die Strafen sollen bei zwei Angeklagten im Bereich von mehreren Monaten liegen, möglicherweise zur Bewährung ausgesetzt. Für einen Angeklagten geht es um eine Strafe von ein bis anderthalb Jahren. Dem Vierten droht eine Strafe von mindestens zwei Jahren oder mehr; letztere könnte nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Prozess ist damit aber nicht beendet, es wird weiterverhandelt.

Insgesamt 15 Menschen waren bei den offenbar wahllosen Prügelattacken verletzt worden.
Insgesamt 15 Menschen waren bei den offenbar wahllosen Prügelattacken verletzt worden.  © DPA

Titelfoto: DPA

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