Nach Amok-Fahrt durch Frankfurt: Drogenabhängiger zu Haftstrafe verurteilt

Frankfurt am Main - Weil er mit einem gestohlenen Auto auf einen Polizeibeamten zugefahren war, ist ein 45 Jahre alter Drogenabhängiger am Montag vom Landgericht Frankfurt zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Der Verurteilte war mit einem gestohlenen Auto durch die Frankfurter Innenstadt gerast (Symbolbild).
Der Verurteilte war mit einem gestohlenen Auto durch die Frankfurter Innenstadt gerast (Symbolbild).  © 123RF/man64

Die Schwurgerichtskammer ging von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und mehrere vorausgegangene Verkehrsdelikte, nicht aber von einem versuchten Totschlag aus.

Dazu sei die Geschwindigkeit des Wagens zu gering gewesen, hieß es im Urteil. Der Angeklagte habe darüber hinaus als "Warnung" den Motor aufheulen lassen, bevor er losgefahren sei.

Ein Gutachter hatte dem Gericht erklärt, dass es "sehr unwahrscheinlich" gewesen wäre, dass in der konkreten Situation ein Mensch tödliche Verletzungen erlitten hätte.

Der 45-Jährige hatte im November vergangenen Jahres das Fahrzeug zunächst vom Parkplatz eines Supermarktes entwendet. Nachdem er in der Innenstadt von Frankfurt bei einer regelrechten Amok-Fahrt mehrere Auffahrunfälle verursacht hatte, wurde die Polizei auf ihn aufmerksam.

"Nur mit viel Glück wurde niemand verletzt" hieß es damals von Seiten der Polizei.

Polizist musste sich mit Sprung zur Seite retten

Einer Verkehrskontrolle im Frankfurter Ostend entzog sich der Mann, indem er den Motor aufheulen ließ und auf den Beamten losfuhr. Der Polizist rettete sich mit einem Sprung zur Seite (TAG24 berichtete).

Einen Tötungsvorsatz leiteten die Richter im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft daraus nicht ab. Die Anklagevertreterin hatte sieben Jahre Haft beantragt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: 123RF/man64

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