Amsterdam will "Coffeeshops" für Touristen dichtmachen!

Amsterdam (Niederlande) - Der Stadtrat in Amsterdam soll bald schon darüber entscheiden, ob Cannabis nur noch an Einheimische verkauft werden wollte. Zu viele Touristen kämen nur zum Kiffen in die Stadt, vermutet die Bürgermeisterin. Aber ist das wirklich so?

Touristen laufen an einem Coffeeshop in Amsterdam vorbei (Symbolbild).
Touristen laufen an einem Coffeeshop in Amsterdam vorbei (Symbolbild).  © 123RF/Ruben Koerhuis

Die Stadt versucht schon lange, ihr Tourismusproblem in den Griff zu bekommen, denn es kommen zu viele in die niederländische Hauptstadt. Doch bislang erfolglos. Noch immer kommen jedes Jahr Millionen Gäste in die Grachtenstadt.

Angeblich leidet jedoch die Lebensqualität der Einheimischen durch die starken Touristenströme in Amsterdam. Bürgermeisterin Femke Halsema (53) gab eine entsprechende Untersuchung in Auftrag. Ihr Verdacht: Touris kommen nur, weil man in Amsterdams Coffeeshops entspannt kiffen kann.

Die Untersuchung fand laut CNN heraus, was die wahren Gründe für Touristen sind, in die Stadt zu fahren. Rund 57 Prozent sagten, dass ein Grund für den Besuch in Amsterdam die Coffeeshops sind.

34 Prozent würden auch in die Stadt kommen, wenn die Raucher-Cafés abgeschafft würden. Elf Prozent hingegen sehen sich nicht mehr in Amsterdam, wenn es die Coffeeshops nicht mehr gäbe.

Bürgermeisterin Halsema sagte schon vor der Erhebung, dass die Cafés die Lebensqualität in der Innenstadt erheblich unter Druck setzen.

Sie stellte jedoch auch fest, dass sich Kiffer andere Möglichkeiten suchen würden, um in den Rausch zu kommen. Die Stadtregierung soll sich deshalb eher darauf konzentrieren, "die Anziehungskraft von Cannabis auf Touristen zu verringern".

Rotlichtviertel in Amsterdam auch in Gefahr

Im Rotlichtviertel werden Prostituierte in Schaufenstern angeboten (Symbolbild).
Im Rotlichtviertel werden Prostituierte in Schaufenstern angeboten (Symbolbild).  © 123RF/robson309

Ab dem 1. April sollen Gruppenführungen durch das berühmt berüchtigte Rotlichtviertel in Amsterdam eingeschränkt werden.

Nach 22 Uhr dürfen Touristen dann nicht mehr von Stadtführern durch die Straßen im "Red Light District" geführt werden.

In der Umfrage von Bürgermeisterin Femke Halsema wurde auch gefragt, ob sich Touristen vorstellen könnten, in diesem Gebiet Eintritt zu bezahlen.

32 Prozent gaben daraufhin an, nicht mehr durch den Stadtteil gehen zu wollen. 44 Prozent würden es seltener besuchen.

In der Umfrage kam auch heraus, dass die Raucher-Cafés eine stärkere Anziehungskraft auf Touristen haben: Gerade einmal ein Prozent käme explizit wegen des Sexviertels.

Femke Halsema setzte sich zuvor bereits dafür ein, Sex-Arbeiterinnen nicht mehr in Schaufenstern anzubieten (TAG24 berichtete).

Bis jetzt gibt es dahingehend jedoch keine Änderungen am Gesetz. Die teilweise entblößten Frauen sind noch immer zu sehen.

Amsterdam einfach eine schöne Stadt

Ein britischer Tourist ist sich sicher: "Ich glaube nicht, dass das Verbot von Cannabis den Tourismus reduzieren würde", sagte Allan Claydon (24) gegenüber CNN.

Denn, auch das ergab die Umfrage der niederländischen Hauptstadt, Hauptgründe für einen Amsterdam-Besuch soll der ziemlich gesunde Reiz sein, durch die Stadt zu laufen oder Rad zu fahren. Danach kämen die vielfältigen Museen und kulturellen Angebote der Stadt. Cannabis-Konsum und Prostituierte finden sich erst hinter diesen Punkten in der Statistik.

Ob es dann die gewünschte Wirkung entfaltet und wirklich spürbar weniger Touristen nach Amsterdam kommen, wenn man ihnen verbietet, Cannabis zu rauchen, bleibt offen. Der Stadtrat wird sich in Kürze dazu positionieren.

Amsterdam ist auch für seine Grachten bekannt, nicht nur für Gras und Nutten (Symbolbild).
Amsterdam ist auch für seine Grachten bekannt, nicht nur für Gras und Nutten (Symbolbild).  © 123RF/Andrew Mayovskyy

Titelfoto: 123RF/Ruben Koerhuis

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