Kooperierte ein Polizist mit gewaltbereiten Neonazis?

Dieburg - Ein Polizist muss sich am Donnerstag (10 Uhr) vor dem Amtsgericht in Dieburg (Kreis Darmstadt-Dieburg) verantworten, weil er eine mutmaßlich rechtsextreme Bekannte mit Interna aus der Dienststelle versorgt haben soll.

Zusammen mit dem 46-Jährigen steht eine 42 Jahre alte Frau vor Gericht (Symbolbild).
Zusammen mit dem 46-Jährigen steht eine 42 Jahre alte Frau vor Gericht (Symbolbild).  © DPA

Dem 46 Jahre alten Mann wird unter anderem die Verletzung des Dienstgeheimnisses in zwei Fällen vorgeworfen.

Nach Angaben des Gerichts ist neben dem Beamten auch eine 42 Jahre alte Frau angeklagt. Sie soll in Kontakt mit der gewaltbereiten Neonazigruppe "Aryans" (Arier) stehen.

Den Ermittlungen zufolge soll sie den Beamten zu den Taten angestiftet haben. In Hessen stehen zurzeit mehrere Polizeibeamte wegen mutmaßlicher Nähe zur rechtsradikalen Szene im Visier der Behörden.

So ermittelt beispielsweise die Staatsanwaltschaft Frankfurt unter anderem wegen Volksverhetzung gegen mehrere Beamte.

Update 12 Uhr: Polizist räumt Verletzung von Dienstgeheimnissen ein

Vor dem Amtsgericht Dieburg (Kreis Darmstadt-Dieburg) hat ein Polizist eingeräumt, dass er 2016 eine mutmaßlich rechtsextremen Bekannte mit Interna aus der Dienststelle versorgt habe. Der 46 Jahre alte Mann sagte am Donnerstag, dass er vor einigen Jahren eine Beziehung mit der 42 Jahre alten Frau gehabt habe. Sie habe ihn um Informationen gebeten, die er ihr übermittelt habe. Dies sei falsch gewesen. Damals habe er sich in einer Lebenskrise befunden, da sein Vater krebskrank gewesen sei.

Der Mann steht wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses vor Gericht. Die ebenfalls angeklagte frühere Freundin räumte ein, sie habe den Polizisten um Daten zweier Personen gebeten. Sie habe nicht gewusst, dass dies strafbar ist.

Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt ermittelt darüber hinaus wegen Volksverhetzung gegen gleich mehrere Beamte (Symbolbild).
Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt ermittelt darüber hinaus wegen Volksverhetzung gegen gleich mehrere Beamte (Symbolbild).  © DPA

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