Sofia stach ihren Mann nieder: Deshalb wurde sie trotzdem freigesprochen!

Dresden - Sie stach siebenmal zu. Sofia V. (30) verletzte ihren damaligen Lebensgefährten Falko W. mit einem Küchenmesser. Er wurde notoperiert. Doch der Dresdner Amtsrichter sprach die angehende Kauffrau frei.

Sofia V. (30) wehrte sich mit einem Küchenmesser und musste vor den Amtsrichter.
Sofia V. (30) wehrte sich mit einem Küchenmesser und musste vor den Amtsrichter.  © Peter Schulze

Sie habe in Notwehr gehandelt. Knast droht der jungen Mutter dennoch.

Im Spätsommer 2018 wohnte das Paar gerade zwei Wochen zusammen, als es eskalierte. "Er war völlig betrunken, so kannte ich ihn gar nicht", so Sofia. Falko habe gepöbelt, sie geschlagen und gewürgt. "Ich hatte Angst um mich und meinen kleinen Sohn", so die Angeklagte. "Aus Notwehr stach ich zu."

Sie traf Nacken, Hals und Bauch. Falko kam in die Klinik. Dort wurden neben den Verletzungen auch über drei Promille festgestellt.

Die Version von Sofia war nicht widerlegbar. Zumal Falko nicht bei Gericht zur Aussage erschien. So sprach der Richter Sofia frei. Allerdings setzte es 700 Euro Geldstrafe, weil sie außerdem Stiefel klaute und das Jobcenter betrog.

Pikant: Sie stand bei den Taten wegen früherer Diebstähle unter Bewährung. Möglich, dass die Bewährung nun widerrufen wird und Sofia doch noch hinter Gitter muss.

Knast droht übrigens auch Falko W. Weil er nicht bei Gericht erschien, muss er 200 Euro Ordnungsgeld zahlen, wahlweise drei Tage in Haft.

Titelfoto: Peter Schulze

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