Ziehsohn prügelt Ziehvater im Rollstuhl bewusstlos

Dresden - Sie waren mal dicke Freunde, nannten sich "Ziehsohn" und "Ziehvater". Doch das Tischtuch zwischen Thomas T. (47) und Michael H. (57) ist zerschnitten.

Thomas T. (47) traf im Gericht in Handschellen auf seinen "Ziehvater" Michael H. (57, im Rollstuhl).
Thomas T. (47) traf im Gericht in Handschellen auf seinen "Ziehvater" Michael H. (57, im Rollstuhl).  © Holm Helis

Thomas soll Michael 500 Euro geraubt haben. Im Prozess am Amtsgericht Dresden lassen sie aneinander kaum ein gutes Haar.

Laut Anklage prügelte Thomas auf seinen Ziehvater in der Johannstadt mit Fäusten und Füßen ein. Als der wegen Schlaganfällen und spastischen Lähmungen behinderte Michael das Bewusstsein verlor, soll sich der Ziehsohn die 500 Euro aus seinem Rucksack gegriffen haben.

"Ich habe ihn geschlagen, aber nicht Geld genommen", behauptet Thomas, der in U-Haft sitzt. "Aber er hatte wieder über meine Freundin geschimpft."

Rollstuhlfahrer Michael nickt: "Ich kann die Frau wirklich nicht verknusen. Aber das ist kein Grund, mich zu schlagen."

Angeblich wurde er nicht ganz bewusstlos und habe so "im Augenwinkel" mitbekommen, wie sich Thomas am Rucksack zu schaffen machte. "Danach war das Geld weg", so Michael.

Es ist nicht der einzige Vorwurf gegen Thomas. Laut Anklage verprügelte er auch in der Neustadt einen Iraker. Dazu schweigt der Gerüstbauer bisher. Urteil folgt.

Titelfoto: Holm Helis

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