13-Jährige nach Motorrad-Crash in Lebensgefahr: Welche Schuld trifft den Vater?

Frankfurt - Weil er betrunken einen schweren Unfall verursacht haben soll, steht ein Motorradfahrer und Familienvater am heutigen Donnerstag von 10 Uhr an vor dem Amtsgericht Frankfurt.

Bei dem Motorradunfall wurde die 13-jährige Tochter des Angeklagten schwer verletzt (Symbolbild).
Bei dem Motorradunfall wurde die 13-jährige Tochter des Angeklagten schwer verletzt (Symbolbild).  © 123RF/DPA (Fotomontage)

Der 46-Jährige war laut Anklage im Juni vergangenen Jahres mit seiner 13 Jahre alten Tochter auf dem Rücksitz auf einer Schnellstraße unterwegs. Dabei kam es zum Unfall, wobei das Mädchen über die Fahrbahn geschleudert wurde.

Die lebensgefährlich verletzte 13-Jährige musste notoperiert werden.

Angeklagt ist der Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung, Straßenverkehrsgefährdung sowie Verletzung der Fürsorgepflicht.

Der Prozess soll an einem Verhandlungstag abgeschlossen werden.

Update, 13.20 Uhr: Der 46-jährige Angeklagte ist als Verursacher eines schweren Verkehrsunfalls unter Alkoholeinfluss vom Amtsgericht Frankfurt verwarnt worden. Er muss eine Geldstrafe von 4800 Euro (120 Tagessätze) nicht zahlen, wenn er sich in den kommenden zwei Jahren straffrei hält.

Das Gericht ging von mehreren Verkehrsdelikten sowie von der Verletzung der Fürsorgepflicht aus. Seine Tochter erlitt bei dem Unfall unter anderem eine dauerhafte Lähmung des linken Arms.

Vor Gericht legte der Mann ein Geständnis ab. Er wisse selbst nicht mehr, was ihn am Tattag zu dem Alkoholkonsum und der darauf folgenden Fahrt "geritten" habe: "Ich habe einen Riesenbock geschossen". Wegen des unmittelbar zurückliegenden Todes seiner Ehefrau sei er mit der Erziehung der drei Kinder kurzzeitig überlastet gewesen.

Nach dem Vorfall gab der Mann freiwillig seinen Führerschein ab. Er trinkt nach eigenen Worten auch keinen Alkohol mehr. Zwischenzeitlich leben auch die Kinder wieder bei ihm im Haushalt.

Gericht und Staatsanwaltschaft sahen darin die Voraussetzung für das milde Urteil.

Titelfoto: 123RF/DPA (Fotomontage)

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