Horror: Kleinkind ertrinkt in der Badewanne, weil es allein gelassen wird

Michaela B. soll den Jungen für ein paar Minuten in der gefüllten Badewanne alleingelassen haben (Symbolbild).
Michaela B. soll den Jungen für ein paar Minuten in der gefüllten Badewanne alleingelassen haben (Symbolbild).  © DPA

Leipzig - Für Eltern ist es das reinste Horror-Szenario: Eine 39-jährige Frau muss sich vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten. Ihr wird vorgeworfen, einen zweieinhalbjährigen Jungen während des Badens alleingelassen zu haben. Das Kind ertrank.

Die Staatsanwaltschaft wirft Hausfrau Michaela B. fahrlässige Tötung vor. Dies berichtet die "Leipziger Volkszeitung".

Der Anklage zufolge sollte Michaela B. am 4. November vergangenen Jahres auf den Sohn einer Bekannten aufpassen. In einer Wohnung in der Demmeringstraße soll die Angeklagte den Jungen für mehrere Minuten unbeaufsichtigt in der Wanne zurückgelassen haben. Diese war zu einem Viertel gefüllt. Um 15.10 Uhr habe die Frau das Kind reglos im Wasser gefunden, so Staatsanwalt Ulrich Jakob.

Sie habe dann den Notruf gewählt, das Kind angezogen und auf ein Bett gelegt, um es zu reanimieren. Der Junge hatte aber zu große Mengen Wasser geschluckt. Der Zweieinhalbjährige erlitt einen Hirnschaden und starb einen Tag später im Krankenhaus. Der Unfall hätte vermieden werden können, wenn die Frau das Kind beaufsichtigt hätte, erklärte Staatsanwalt Jakob.

Michaela B. ist selbst Mutter von zwei Jungen im Alter von fast vier und acht Jahren. Sie soll sich bereits öfter um den Sohn ihrer Bekannten gekümmert haben. Ihr Verteidiger gab dem Gericht zu verstehen, dass seine Mandantin "einen anderen Sachverhalt vortragen möchte". Deshalb müssten laut Richter Hartmut Tiegelkamp eine ganze Reihe von Zeugen angehört werden - darunter auch die Rettungssanitäter.

Aufgrund der vielen Beweismittel und der notwendigen Vorbereitungszeit wurde die Hauptverhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Laut Tiegelkamp findet sie möglicherweise in anderthalb Monaten statt.

Für den Fall eines Geständnisses hätte die Angeklagte laut Richter Tiegelkamp mit einer Strafe von acht Monaten auf Bewährung sowie einer Geldauflage an das Kinderhospiz Bärenherz rechnen müssen.


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