An Bungee-Seil: Freizeitpark stürzt Schwein in die Tiefe

Chongqing (China) - Andere Länder, andere Sitten. Ein Spruch, der in vielen Bereichen des Lebens zutreffend und richtig sein mag, wurde jetzt in China auf erschreckende Weise ad absurdum geführt.

Ein chinesischer Themenpark eröffnete seine neue Bungee-Anlage mit einem fragwürdigen Stunt.
Ein chinesischer Themenpark eröffnete seine neue Bungee-Anlage mit einem fragwürdigen Stunt.  © Screenshot/YouTube/ThePaper

Was für die einen eine exklusive Attraktion darstellt, ist für die anderen einfach nur ein besonders widerlicher Fall von Tierquälerei.

Zur Eröffnung seiner neuen Anlage für Bungee-Jumping wollte ein Themenpark im chinesischen Chongqing seinen Gästen einen ganz besonderen Stunt bieten.

Unter dem Namen "Golden Pig Bungee Jump" banden Angestellte des Parks ein rund 75 Kilogramm schweres Schwein an das Seil und ließen es anschließend in die Tiefe fallen.

Mit einem violetten Cape auf dem Rücken und zusammengebundenen Beinen schleuderte das arme Tier mehrere Male auf und ab. Dabei war ein deutliches Quietschen der Angst zu vernehmen.

Anschließend wurde es wieder vom Seil genommen und nach Informationen lokaler Medien zu einem Schlachthof gefahren.

Im Netz kam der Stunt laut der BBC gar nicht gut an. Viele User schimpften über "Folter" oder eine "vulgäre Marketingtaktik". Und auch die Peta mischte sich in die Diskussion ein und sagte:

"Das ist schlimmste Tierquälerei. [...] Schweine empfinden Schmerz und Angst auf die gleiche Weise wie wir und dieser widerliche PR-Stunt sollte illegal sein."

Tierquälerei in China nicht strafbar

Geht es nach der Meinung zahlreicher User, dann sollen solche Bilder bald der Vergangenheit angehören.
Geht es nach der Meinung zahlreicher User, dann sollen solche Bilder bald der Vergangenheit angehören.  © Screenshot/YouTube/ThePaper

Doch mit einer Strafe muss der Themenpark nicht rechnen, denn Tierquälerei ist in China nach wie vor nicht strafbar.

Allerdings steigt auch im Reich der Mitte das Bewusstsein für Tierwohl. Nach der heftigen Kritik sah sich der Themenpark zu einem öffentlichen Statement genötigt:

"Wir nehmen die Kritik und Ratschläge der Internetnutzer aufrichtig an und entschuldigen uns bei der Öffentlichkeit. Wir werden die Vermarktung unserer touristischen Webseite verbessern, um den Touristen einen noch besseren Service bieten zu können."

Auch wenn das alles noch ein wenig halbherzig klingen mag, ist es wohl dennoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so Peta:

"Die verärgerte Reaktion der chinesischen Öffentlichkeit sollte ein Weckruf an Chinas politische Entscheidungsträger sein, Tierschutzgesetze sofort umzusetzen."

Ob in China in Zukunft wirklich auf Stunts mit Tieren verzichtet wird, ist fraglich. Einen wichtigen Denkanstoß hat dieser Vorfall aber gegeben.

Titelfoto: Screenshot/YouTube/ThePaper

Mehr zum Thema Tiere:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0