Todesdrama in Alaska: Deutsche Opfer stammen aus Köln

Anchorage/Köln - Rettungskräfte bergen drei Leichen auf einem Gletschersee in Alaska. In der Nähe treibt ein gekentertes Kanu, die Toten tragen Schwimmwesten, in der Umgebung schwimmen Eisberge. Nun gibt die Stadt die Nationalität der Opfer bekannt.

Der Gletschersee zieht Touristen an. Möglicherweise löste sich Eis und brachte das Kanu der Touristen zum kentern.
Der Gletschersee zieht Touristen an. Möglicherweise löste sich Eis und brachte das Kanu der Touristen zum kentern.  © Don Bickley/Open Earth Nature/dpa

Bei dem Unglück auf einem Gletschersee im US-Bundesstaat Alaska sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Deutsche und ein Österreicher ums Leben gekommen.

Die Stadt Valdez teilte mit, bei den drei Toten handele es sich um eine 68-jährige Deutsche, um einen 66 Jahre alten Deutschen und um einen 62-jährigen Österreicher.

Die beiden Bundesbürger waren nach US-Medienberichten ein Ehepaar - auch ihre von der Stadt veröffentlichten Nachnamen lassen darauf schließen. Beide lebten im Raum Köln, der Mann war Kinderarzt.

Der Mann aus Österreicher war laut dem österreichischen Außenministerium vermutlich seit einiger Zeit in Kanada wohnhaft. Er dürfte laut Ministerium aus Tirol stammen.

Die Stadt teilte mit, die Besucher seien auf dem See in der Nähe des Valdez-Gletschers unterwegs gewesen. Am Dienstag sei die Polizei informiert worden, dass Leichen auf dem See trieben. Rettungskräfte hätten zwei Tote entdeckt, die neben einem gekenterten aufblasbaren Kanu trieben.

Die dritte Leiche sei in der Nähe gefunden geworden und habe schwere Kopfverletzungen aufgewiesen. Alle drei Toten hätten Schwimmwesten getragen. In der Umgebung seien Eisberge getrieben.

Die Leichen werden aus Alaska überführt

In diesem Sommer ist das Wetter in Alaska besonders warm, das Eis schmilzt sehr schnell.
In diesem Sommer ist das Wetter in Alaska besonders warm, das Eis schmilzt sehr schnell.  © Don Bickley/Open Earth Nature/dpa

In der Mitteilung hieß es, die Rettungskräfte hätten auch eine wasserdichte Plastikschachtel gefunden, in der die Papiere eines der Toten sowie die Schlüssel für ein Wohnmobil gewesen seien.

Polizisten hätten in dem Wohnmobil die Papiere der beiden anderen Toten entdeckt.

Die Leichen seien in ein Krankenhaus gebracht worden und würden nach Anchorage überführt. Die Angehörigen seien über die diplomatischen Vertretungen informiert worden.

In der Mitteilung wurde keine konkrete Ursache für das Unglück genannt. Stadtsprecherin Sheri Pierce hatte nach US-Medienberichten vom Mittwoch gesagt, es sei gefährlich, sich Gletschern zu nähern.

Wenn ein Eisbrocken ins Wasser stürze, könne dies starke Wirbel auslösen. Sie schloss nicht aus, dass die Urlauber dadurch aus dem Boot gefallen sein könnten. "Das Wasser ist so kalt dort." US-Medien hatten zunächst berichtet, alle drei Tote seien Deutsche gewesen.

Alaska ist fast fünfmal so groß wie Deutschland. Mit mehr als 1,7 Millionen Quadratkilometern ist es der größte Bundesstaat der USA - und zugleich die größte Exklave der Welt.

Denn das im äußersten Nordwesten des amerikanischen Kontinents gelegene und dünn besiedelte Naturparadies ist auf dem Landweg nur über kanadisches Gebiet erreichbar. Hauptstadt ist Juneau, Anchorage ist mit knapp 300.000 Einwohnern die größte Stadt.

Titelfoto: Don Bickley/Open Earth Nature/dpa

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