Andrang bleibt aus: Nächstes Konzert gegen Gewalt und Hetze in Chemnitz

Chemnitz – Das zweite Montagskonzert nach den Krawallen vor zwei Wochen war eine Nummer kleiner geplant. Aber so klein? Rund 120 Zuhörer verloren sich zum Auftakt vor der Bühne mit den Steinlandpiraten.

Rund 500 Menschen versammelten sich am Karl-Marx-Monument, um ein Zeichen gegen Gewalt und Hetze zu setzen.
Rund 500 Menschen versammelten sich am Karl-Marx-Monument, um ein Zeichen gegen Gewalt und Hetze zu setzen.  © Bernd Rippert

Anschließend kamen noch einige Besucher mehr – am Ende vielleicht 500 -, dennoch war das Konzert nach dem Auftritt der Toten Hosen, Kraftklub & Co. vor einer Woche eher ein Treffen unter Freunden.

Das Montagskonzert der Wirtschaftsförderungsgesellschaft CWE stand unter dem friedlichen Motto „Chemnitz ist weder grau noch braun“. Das Robert-Gläser-Trio spielte die Zuhörer warm und sorgte mit lockeren Sprüchen für Stimmung.

"Ich stelle mir vor, dass 65.000 Besucher vor mir stehen", scherzte der Sänger mit Blick auf das Großereignis vor einer Woche. "Ich spüre die Massen. Kommt klatscht.“

Es folgen die Auftritte von Apfeltraum und Die Zöllner. Das Konzert war nicht gut besucht, aber gut bewacht durch die Polizei. An jeder Ecke ein Mannschaftswagen, sogar die Bundespolizei aus Duderstadt (Niedersachsen) war sicherheitshalber vor Ort.

Die Beamten waren natürlich entspannt. "Endlich mal ein ruhiger Einsatz. Wer Stress will fährt jetzt wohl eher nach Köthen", meinte ein Polizist.

Auffallend wenige junge Leute waren unter den Zuhörern. Tom Kühne (23) und Maria Täuber (21) sahen das kritisch mit Blick auf den Protest gegen Rechts: "Schade, dass so wenige Leute da sind. Das wirkt dann so, als ob die Massen vor einer Woche nur wegen der Toten Hosen und Kraftklub kamen. Jetzt sind sie wieder weg."

Anfangs besuchten nur rund 120 das Montagskonzert am Karl-Marx-Monument.
Anfangs besuchten nur rund 120 das Montagskonzert am Karl-Marx-Monument.  © Bernd Rippert