Erster Versuch war ein Reinfall: Poggenburgs AdP will schon wieder in Connewitz demonstrieren

Leipzig - Mit ihrem ersten Versuch im Februar waren sie kläglich gescheitert, nun folgt der zweite Akt und das sogar am 1. Mai: Die Rechtsaußen-Partei "AdP" um Ex-AfDler André Poggenburg soll ein zweites Mal im Leipziger Stadtteil Connewitz demonstrieren wollen.

Will mal wieder in Connewitz aufmarschieren: "AdP"-Chef André Poggenburg (rechts) zusammen mit seinem Vorstandsmitglied Benjamin Joseph Przybylla.
Will mal wieder in Connewitz aufmarschieren: "AdP"-Chef André Poggenburg (rechts) zusammen mit seinem Vorstandsmitglied Benjamin Joseph Przybylla.  © DPA

Das meldete am Mittwoch das Büro der Leipziger Linken-Abgeordneten Juliane Nagel, das sogenannte "Linxxnet", auf Facebook. Demnach will die Gruppe wie bereits beim ersten Versuch im Februar auch dieses Mal vor dem Büro aufmarschieren. Geplant sei allerdings nicht nur eine Kundgebung, sondern sogar eine Demonstration.

Einem Bericht der "Bild" zufolge sei die Stadtverwaltung derzeit noch in Gesprächen über die Veranstaltung.

Der erste Versuch der "AdP", eine Kundgebung in Connewitz zu organisieren, endete in einer Blamage. Nachdem das Vorhaben bekannt geworden war und mehrere Leipziger Gruppierungen Gegenveranstaltungen angekündigt hatten, verlegte die Stadtverwaltung die Kundgebung kurzerhand auf den Wilhelm-Leuschner-Platz. Für Poggenburg offenbar vollkommen inakzeptabel. In einer Pressemitteilung wetterte er, durch die Verlegung würde der Bezug zum "Protestobjekt völlig verloren gehen."

Kurz darauf dann via Twitter die Absage durch den "AdP"-Chef: "Unser Proteststand gegen Linksextremismus heute in Leipzig-Connewitz wegen linksmilitanter Bedrohungslage durch Behörden kurzfristig abgesagt." Was der Ex-AfDler dabei offenbar vergaß, ist, dass Twitter längst nicht nur den neuen Rechten gehört. Binnen kürzester Zeit hatte sich ein Shitstorm unter dem Absage-Tweet entwickelt (TAG24 berichtete). Poggenburg versuchte noch, sich zu verteidigen. Am Ende griff sogar die Polizei Sachsen in die Diskussion ein: "Um das richtigzustellen: Es gab einen Auflagenbescheid durch die Versammlungsbehörde der Stadt Leipzig, die Ihnen einen anderen Ort zuwies. Diesen nahmen Sie jedoch nicht in Anspruch. Die Absage einer Versammlung durch eine Behörde ist rechtlich gar nicht möglich."

Dem "Linxxnet" zufolge sei der neuerliche Versuch der "AdP" lediglich ein "billiger Versuch, für den Wahlkampf in Sachsen ein paar Schlagzeilen in den Medien zu generieren." Ganz ohne Gegenwind soll der Partei der Platz vor dem Büro dann allerdings doch nicht überlassen werden: Der Facebook-Post endet mit einem Aufruf, am 1. Mai, 9.30 Uhr, ans "Linxxnet" zu kommen. "Hier lässt sich gut auf die antifaschistischen und sozialen Kämpfe einstimmen, die den 1. Mai charakterisieren!"

Der erste Demo-Versuch der "AdP" im Februar endete in einer Blamage: Der von der Stadt zur Verfügung gestellte Wilhelm-Leuschner-Platz blieb leer. Die Partei hatte die Demo kurz vor dem Start abgesagt.
Der erste Demo-Versuch der "AdP" im Februar endete in einer Blamage: Der von der Stadt zur Verfügung gestellte Wilhelm-Leuschner-Platz blieb leer. Die Partei hatte die Demo kurz vor dem Start abgesagt.  © Sören Müller

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