Sogar Polizei musste eingreifen: Shitstorm gegen AdP-Chef Poggenburg

Leipzig - Dieser Schuss ging vollends nach hinten los. Nachdem Sachsen-Anhalts Ex-AfD-Chef André Poggenburg die Kundgebung seiner neuen Partei am Dienstag in Leipzig abgesagt hatte, hagelte es auf Twitter Spott und Häme. Sogar die Polizei meldete sich zu Wort, um die Äußerungen richtig zu stellen.

André Poggenburg hat auf Twitter versucht, die Absage seiner AdP-Demo als einen Sieg darzustellen. Am Ende musste sich sogar die Polizei einschalten.
André Poggenburg hat auf Twitter versucht, die Absage seiner AdP-Demo als einen Sieg darzustellen. Am Ende musste sich sogar die Polizei einschalten.  © DPA, Screenshot/twitter.com/PoggenburgAndre

"Unser Proteststand gegen Linksextremismus heute in Leipzig-Connewitz wegen linksmilitanter Bedrohungslage durch Behörden kurzfristig abgesagt", hatte der Chef des "Aufbruchs deutscher Patrioten" (AdP) am Dienstagmittag auf Twitter verkündet.

Kurz darauf wollte Poggenburgs Partei eigentlich in Connewitz gegen Linksextremismus demonstrieren (TAG24 berichtete). Nach Bekanntwerden der Veranstaltung am Freitag hatten mehrere Gruppierungen Gegendemonstrationen angekündigt. Am Montagabend erteilte das Leipziger Ordnungsamt den Veranstaltern dann einen Auflagenbescheid: Die Kundgebung kann stattfinden, allerdings am Wilhelm-Leuschner-Platz. Man wolle Vorkommnisse wie beispielsweise am 12. Dezember 2015 vermeiden, teilte das Amt mit. Damals war es in Folge einer Demonstration mehrerer rechter Gruppierungen in Connewitz und der Südvorstadt zu Ausschreitungen gekommen.

Statt die Auflage anzunehmen oder gerichtlich dagegen vorzugehen, folgte die Absage. Auf Twitter wollte Poggenburg das Debakel noch als Sieg darstellen. "Fakt ist: Leipzig-Connewitz wird von linksmilitanter Parallelgesellschaft beherrscht. Schön, dass wir das so offenlegen konnten."

André Poggenburg und der Absage-Tweet: "Lügen Sie doch nicht so unverschämt!"

Die Realität unter dem Absage-Tweet ließ jedoch auf alles andere als einen Sieg schließen. "Das Lügen und die Fake-News haben Sie von der AfD mitgenommen. Ehrlich wäre: Leuschnerplatz hat Ihnen nicht gefallen, und es ging eh nur um PR", schreibt beispielsweise ein Nutzer. Ein anderer Wirft der AdP vor, bei der Ortswahl bereits auf eine Absage gesetzt zu haben.

Die "AfD Watch Heidelberg" fragt ironischerweise: "War das dann ein 'Abbruch deutscher Patrioten'?" und andere stellen auch die Kurzfristigkeit der Verlegung in Frage: "Also mir war gestern schon bekannt, dass ihre Minidemo aus Sicherheitsgründen verlegt worden ist. Sie hätten also genug Zeit gehabt, dagegen juristisch vorzugehen. Jetzt einen auf Opfer machen, ist mal wieder lächerlich!"

Poggenburg blieb derweil bei seiner Äußerung. "Er wurde für Connewitz abgesagt!", bekräftigte er in einem weiteren Post.

Am Ende schaltete sich sogar die sächsische Polizei in die Diskussion ein: "Um das richtigzustellen: Es gab einen Auflagenbescheid durch die Versammlungsbehörde der Stadt Leipzig, die Ihnen einen anderen Ort zuwies. Diesen nahmen Sie jedoch nicht in Anspruch. Die Absage einer Versammlung durch eine Behörde ist rechtlich gar nicht möglich."

Ein Twitter-Nutzer bringt es dann auf den Punkt, indem er schreibt: "Mensch Poggenburg, lügen Sie doch nicht so unverschämt!" Dieser Schuss ging eindeutig nach hinten los.

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