Der Ronaldo aus dem Kraichgau, der Firmino einholte: TSG-Stürmer Andrej Kramaric

Sinsheim - Er war der Match-Winner beim knappen 2:1-Triumph der TSG Hoffenheim über Nürnberg in der Fußball-Bundesliga: der kroatische Bomber Andrej Kramaric.

Traumtor gegen Nürnberg: Per Hacke trifft Andrej Kramaric zum 2:1-Siegtreffer für die TSG.
Traumtor gegen Nürnberg: Per Hacke trifft Andrej Kramaric zum 2:1-Siegtreffer für die TSG.  © DPA

Eleganter konnte der kroatische Nationalspieler am vergangenen Sonntag gar nicht für die Entscheidung sorgen. Im Stile eines ganz Großen, netzte der 27-Jährige per Hacke zum 2:1 für seine TSG.

Und es war nicht das erste Mal das Kramaric an Weltfußball erinnerte: 2018 wäre der 27-Jährige nämlich beinahe mit Portugals Star-Stürmer Cristiano Ronaldo gleichgezogen - zumindest in einer Statistik. (TAG24 berichtete)

So hatte Kramaric im Dezember vergangenen Jahres in neun Partien am Stück jedes Mal getroffen. Einzig Ronaldo gelang dieses Kunststück sogar in zehn Partien in Folge.

Doch dieser Rekord blieb Kramaric verwehrt: TSG-Coach Julian Nagelsmann nahm ihn bei der Nullnummer gegen Borussia Mönchengladbach in der 64. Minute zu früh vom Platz und zerstörte somit die Träume des Kroaten.

Nagelsmann wusste nichts von dem Rekord, wie er anschließend beteuerte.

Doch ein kleines Trostpflaster gab es dann doch noch für Kramaric: Immerhin zog er mit Lionel Messi gleich, der es ebenfalls schaffte "nur" in neun Partien in Folge zu treffen.

Seine Schusstechnik erinnert bereits etwas an die eines Ronaldos: Andrej Kramaric beim Treffer zum 2:1 in der Champions League gegen Schachtjor Donezk.
Seine Schusstechnik erinnert bereits etwas an die eines Ronaldos: Andrej Kramaric beim Treffer zum 2:1 in der Champions League gegen Schachtjor Donezk.  © DPA

Mittlerweile dürfte Kramaric jedoch über die Enttäuschung hinweg sein, denn schließlich hat er inzwischen einen neuen Rekord im Blick.

"Ich möchte der beste Torjäger der TSG-Geschichte werden", sagte er erst zuletzt gegenüber dem TSG-Vereinsheft.

Und er befindet sich auf dem besten Wege dahin.

53 Treffer hat er bisher insgesamt auf seinem TSG-Tacho. Zuletzt holte er sogar den Ex-Hoffenheim-Stürmer Roberto Firmino ein, der nur 49 Mal für die Kraichgauer traf.

Mittlerweile macht "Bobby" Firmino seine Tore allerdings für Jürgen Klopps FC Liverpool.

Nun sind nur noch zwei ehemalige TSG-Profis in der ewigen Torschützenliste der TSG vor Kramaric: Vedad Ibisevic (inzwischen Hertha BSC) mit 54 Treffern und Sejad Salihovic (Karriereende) mit 67 Toren.

Hier jubelt Kramaric mit Nationalmannschafts-Kollege Marcelo Brozovic im Trikot der Kroaten. Es war sein Treffer zum 1:0 in der Nations League gegen England.
Hier jubelt Kramaric mit Nationalmannschafts-Kollege Marcelo Brozovic im Trikot der Kroaten. Es war sein Treffer zum 1:0 in der Nations League gegen England.  © DPA

Doch Kramaric denkt auch nicht nur an Rekorde: "Ich will mit der TSG wieder nach Europa, das ist das Wichtigste", so der 27-Jährige, der bei der WM 2018 mit der kroatischen Nationalmannschaft erst im Finale an Frankreich scheiterte.

Der Zug hinsichtlich des Champions-League-Wettbewerbs scheint zwar aufgrund zu vieler Punktverluste für die TSG abgefahren, doch die Europa League ist für den Tabellenachten noch in Reichweite.

Sollte man diese erreichen, ist allerdings noch lange nicht sicher, ob Kramaric auch in der nächsten Saison für die TSG aufläuft - auch wenn sein Vertrag noch bis 2022 geht.

Schließlich ist nicht nur seine Gesamtanzahl der Tore beeindruckend, sondern auch die Konstanz mit der er sie erzielt: In der Saison 2016/17 waren es 18 Treffer, 17/18 13 und in der aktuellen traf er nach 21 Spieltagen bereits zwölf Mal ins gegnerische Gehäuse - Wahnsinn!

Damit ist er zwar noch weit weg von den Rekord-Zahlen eines Messis oder Ronaldos, doch Titel will Kramaric, der in der Wintertransferperiode der Meistersaison des englischen Clubs Leicester City (2015/16) zur TSG wechselte, vermutlich auch mal gewinnen.

Mit der TSG? Ungewiss, doch am Samstag wird er jedenfalls gegen den VfB Stuttgart für die Kraichgauer wieder auf Torejagd in der Bundesliga gehen und sich vielleicht wieder ein bisschen näher an den TSG-Torrekord heran mausern.

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