Unions Bester ist ein Ex-Herthaner: Andrichs Stern geht in Köpenick endlich auf!

Berlin - Vielleicht verkörpert momentan keiner den 1. FC Union Berlin so sehr, wie Robert Andrich. Der gebürtige Potsdamer brilliert derzeit als eiserner Anführer im Team von Trainer Urs Fischer und wird ausgerechnet im Aufeinandertreffen mit dem Tabellenführer fehlen.

Robert Andrich wechselte im Sommer aus Heidenheim nach Köpenick.
Robert Andrich wechselte im Sommer aus Heidenheim nach Köpenick.  © DPA/Tom Weller

Andrich ist aus dem defensiven Mittelfeld der Unioner kaum noch wegzudenken. Sein Spielstil dient als Paradebeispiel für leidenschaftlichen Kampf und ist einer der Gründe, warum sich in Köpenick momentan keiner mit Abstiegs-Gedanken plagen muss.

Auch Christian Beeck, Ex-Manager der Eisernen, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus, betitelt ihn im RBB-Podcast "Hauptstadtderby" als "Unioner des ersten Quartals".

Andrich ist läuferisch extrem stark, besitzt einen guten Defensiv-Kopfball und ist nicht nur aufgrund seines besonderen Abschlusses derzeit der wichtigste Mann bei Union. Beeck: "Der Junge tut so viel, dass Fischers Spielsystem funktioniert."

In früheren Zeiten, in denen Andrich noch das Trikot der Alten Dame trug, spielte er deutlich offensiver.

Im Nachwuchs des Stadtrivalen kam der 25-Jährige oft als Stürmer zum Zug, schoss in den U-Mannschaften und auch noch in der Hertha-Reserve einige Tore. Doch für den großen Durchbruch in der Bundesliga reichte es nicht.

Vergangenheit und Gegenwart: Unions Andrich spielte zwölf Jahre bei Hertha BSC.
Vergangenheit und Gegenwart: Unions Andrich spielte zwölf Jahre bei Hertha BSC.  © dpa/Andreas Gora

Andrich wechselte nach zwölf Jahren bei Hertha im Winter 2015 zu Dynamo Dresden, wo er in eineinhalb Jahren sich auch mal als Sechser probieren durfte, aber auch noch nicht den erhofften Stammplatz ergatterte.

Seine Reise ging weiter, ab Sommer 2016 spielte er zwei Jahre für den SV Wehen-Wiesbaden, verpasste als Stammspieler/Spielmacher nur knapp den Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Während die Hessen in Liga drei verblieben, ging es für Andrich 2018 eine Liga rauf.

Beim 1. FC Heidenheim wurde er schnell Führungsspieler, brillierte auf der Acht, Zehn oder auch der Sechs und integrierte sich bestens ins Spielsystem der Schwaben.

Während seiner Zeit im Osten Baden-Württembergs wurde der 1. FC Union aufmerksam und arbeitete intensiv an einer Rückkehr nach Berlin. Mit dem Wechsel zurück in die Hauptstadt verwirklichte sich Andrich einen Kindheitstraum, fortan spielte er Bundesliga, wobei ihm einige den großen Schritt in Deutschlands Fußball-Beletage nicht zu getraut haben.

"Ich hätte vor der Saison nicht gedacht, dass er so eine tragende Säule wird", gibt Ex-Unioner Beeck ehrlicherweise zu. Doch mit Beginn der Saison kam Andrich in jedem Bundesliga-Spiel über die volle Länge zum Einsatz. Bis jetzt, denn in der Partie gegen den Tabellenführer, Borussia Mönchengladbach, muss Unions Leistungsträger auf der Tribüne Platz nehmen.

Im Spiel gegen Mainz 05 sah Fischers emotionaler Leader die fünfte Gelbe Karte. Andrich bewertet: "Am Ende habe ich sogar Glück, da hätte ich sogar glatt Rot bekommen können."

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