Zahl der Salafisten hat sich in Berlin verdoppelt

Die Zahl der Salafisten hat sich in den vergangenen fünf Jahren in Berlin auf 880 mehr als verdoppelt.
Die Zahl der Salafisten hat sich in den vergangenen fünf Jahren in Berlin auf 880 mehr als verdoppelt.  © DPA

Berlin – Die Zahl der Salafisten in Berlin hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage von Tom Schreiber (SPD) hervor.

"Der Salafismus ist weiterhin die am schnellsten wachsende islamistische Bestrebung", heißt es darin. Und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport erklärt weiterhin, dass die Rekrutierungsbemühungen slawistischer Netzwerke "durchaus Wirkung" zeigen würden.

Wurden im Jahr 2012 noch 400 Salafisten, darunter 200 gewaltorientierte, gezählt, sind es nach aktuellem Stand (2. Quartal 2017) mit 880 mehr als doppelt so viele. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Gewaltbereiten auf 410.

Wie die Organisationen ihre Mitglieder werben, ob dies gezielt an Schulen und unter Flüchtlingen geschieht, darauf gibt der Senat unter Verweis auf Geheimhaltung keine öffentliche Antwort, "weil dadurch geheimschutzbedürftige Informationen zu Arbeitsmethoden und dem Vorgehen des Verfassungsschutzes bekannt würden und die Wirksamkeit nachrich- tendienstlicher Aufgabenerfüllung gefährdet wäre."

Der Berliner SPD-Politiker Tom Schreiber.
Der Berliner SPD-Politiker Tom Schreiber.  © DPA

Seit 2012 sind den Behörden außerdem mehr als 120 Islamisten aufgefallen, die von der Hauptstadt in Richtung Syrien oder Irak gereist sind, um dort zu kämpfen oder den Dschihad (Heiliger Krieg) zu unterstützen. Das geht aus einer weiteren bereits am Samstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage Schreibers hervor.

Die Zahl ist aber rückläufig: Der Höhepunkt lag im Jahr 2013 bei 36 ausgereisten Personen. In diesem Jahr waren es bislang nur 5. Knapp 60 Islamisten sind den Angaben zufolge nach Deutschland zurückgekehrt, wie die Innenverwaltung in einer dritten Antwort mitteilte.

Schreiber forderte, das Problem von zwei Seiten anzugehen: "Das Wichtige ist, dass wir das Netzwerk aus Prävention und Repression ausbauen." So solle etwa ein Landesprogramm zur Deradikalisierung gestärkt werden.

Die Polizei vor Ort müsse darüber hinaus wissen, wo sogenannte islamistische Gefährder wohnen. Da immer mehr Terrorverdächtige im Gefängnis seien, sollte auch dort genau hingeschaut werden, meinte Schreiber. "Wir müssen aufpassen - in Berlin, aber auch bundesweit -, dass sich keine terroristischen Zellen in den Haftzellen bilden."

Titelfoto: DPA


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