Angeblich geplanter IS-Anschlag in Düsseldorf: Plädoyers erwartet

Düsseldorf - Im Prozess um einen angeblich geplanten Terroranschlag in der Düsseldorfer Altstadt sollen an diesem Montag (11.00 Uhr) die Plädoyers gehalten werden.

Der angeklagte Saleh A. bei einem vorherigen Verhandlungstag in Düsseldorf.
Der angeklagte Saleh A. bei einem vorherigen Verhandlungstag in Düsseldorf.  © DPA

Nach fast einem Jahr Prozessdauer und zwei Freisprüchen sitzt nur noch ein Angeklagter im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Das Urteil ist für Mittwoch geplant.

Der Angeklagte hatte behauptet, dass ihm die Führung des IS in Rakka 2014 den Auftrag erteilt habe, in den engen und dicht gefüllten Gassen der Düsseldorfer Altstadt ein Blutbad anzurichten (TAG24 berichtete).

Islamistische Terroristen sollten an einem belebten Wochenende Sprengstoffwesten zünden und mit Maschinenpistolen auf die Flüchtenden schießen. Ein zehnköpfiges Terrorkommando soll dafür vorgesehen gewesen sein.

Später widerrief er seine Aussage teilweise: Die von ihm belasteten beiden Mitangeklagten hätten mit der Sache nichts zu tun. Dann widerrief Saleh A. auch den Terrorauftrag. Er habe sich das Szenario nur ausgedacht.

Update, 16.00 Uhr

Die Bundesanwaltschaft fordert achteinhalb Jahre Haft. Zwar sei der geplante "Anschlag ungeheuren Ausmaßes" in Düsseldorf eine erfundene Geschichte des Angeklagten gewesen, der Syrer habe aber als IS-Terrorist im Bürgerkrieg in Syrien gekämpft, Kriegswaffen benutzt und einen Scharfschützen der syrischen Armee erschossen.

Mit dem angeblich geplanten Massaker in Düsseldorf habe der Syrer sich für seine Informationen eine Belohnung, Aufenthaltsrecht und den Nachzug seiner Familie erhofft. "Er wollte als V-Mann geführt werden, er hat sich verkalkuliert", sagten die Vertreter der Bundesanwaltschaft am Montag im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts.

Titelfoto: DPA


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