Schon wieder! Altenpfleger spricht Klartext mit Merkel

Ferdi Cebi redete mit Angela Merkel Klartext.
Ferdi Cebi redete mit Angela Merkel Klartext.  © Screenshot/ZDF Mediathek

Paderborn/Mainz - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich am Donnerstagabend in einer TV-Debatte über die Altersarmut in Deutschland den Zuschauern.

Im Rahmen der ZDF-Sendung "Klartext, Frau Merkel" beantwortete die CDU-Chefin Fragen aus dem Publikum zum Zustand der Pflege in Deutschland.

In diesem Rahmen meldete sich auch Ferdi Cebi, der sich mit Künstlernamen "Idref" nennt und seit 14 Jahren als Altenpfleger in Paderborn arbeitet, zu Wort. Er kritisierte, dass immer mehr am Personal gespart werden würde und ein Altenheimplatz mit durchschnittlich 3000 Euro für viele nahezu unbezahlbar ist.

"Wir fühlen uns ein bisschen im Stich gelassen - also wir, die Pflegekräfte und die älteren Menschen", kritisiert er. Merkels Gegenargument war, dass gerade in den letzten Jahren in der Politik im Zusammenhang mit Pflege einiges auf den Weg gebracht worden sei.

Angela Merkel nah die Kritik und auch die Einladung an.
Angela Merkel nah die Kritik und auch die Einladung an.  © Screenshot/ZDF Mediathek

"Das hat dazu geführt, dass alleine 500.000 Demenzkranke jetzt endlich auch Leistungen der Pflege bekommen." Daneben sei die Ausstattung sowohl für häusliche als auch für ambulante Pflege verbessert worden. In Zukunft wolle man zudem die Zahl der Pflegekräfte anheben.

Das alleine reiche aber nicht aus, fand Cebi. Er forderte bessere Rahmenbedingungen wie eine höhere Bezahlung und angemessenere Arbeitszeiten für Pflegekräfte in Deutschland. Viele Maßnahmen, die jetzt auf den Weg gebracht werden, kämen zu spät. "Es hätte gestern passieren müssen."

Zum Schluss machte er der Kanzlerin ein Angebot: "Für mich ist so ein bisschen traurig, dass Gesetze festgelegt werden, obwohl die Politik noch nie wirklich in den Beruf reingeblickt hat. Da würde ich Sie gerne einfach mal einladen, dass Sie zu uns in die Einrichtung kommen."

Überraschend nahm Merkel diese Einladung tatsächlich an, um sich selbst als "Schatten" des Pflegers ein Bild von den Zuständen zu machen. Was daraus schlussendlich wird, bleibt abzuwarten.

Erst am Montagabend (12.9.) war in Lübeck ein junger Krankenpfleger-Azubi in der "ARD-Wahlarena" auf die Kanzlerin losgegangen, weil er meinte, dass die Pflege im Wahlkampf zu wenig Aufmerksamkeit bekäme (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Screenshot/ZDF Mediathek


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