Asylstreit: Merkel bleibt hart, kann Schäuble vermitteln?

Berlin - Die Fronten im Streit über die Asylpolitik zwischen Angela Merkel (63, CDU) und Horst Seehofer (68, CSU) bleiben verhärtet. Nun soll offenbar Wolfgang Schäuble (75) vermitteln - auf Wunsch der CDU.

Kann Wolfgang Schäuble im Konflikt zwischen der CSU und CDU vermitteln?
Kann Wolfgang Schäuble im Konflikt zwischen der CSU und CDU vermitteln?  © DPA (Bildmontage)

Das berichtet die "Rheinische Post". Demnach habe die CDU-Spitze und Unionsfraktionschef Volker Kauder (68) den Bundestagspräsidenten gebeten im Asylstreit mit der CSU zu vermitteln.

Auf ihren Wunsch soll der CDU-Politiker in den kommenden Tagen mit der CSU-Führung reden, um eine Kompromisslinie auszuloten, wie die Zeitung (Freitag) nach eigenen Angaben aus der Parteiführung der Christdemokraten erfuhr. Schäuble habe in der Flüchtlingspolitik trotz seiner Loyalität zur Kanzlerin immer wieder eine kritische Haltung eingenommen und besitze auf beiden Seiten Glaubwürdigkeit, hieß es zur Begründung.

Zu einem Gespräch zwischen Kauder (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (48) soll es demnach erst am Montag nach den Parteigremiensitzungen kommen.

Derweil bleibt die Kanzlerin weiterhin hart. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur habe sie zwei Kompromissangebote der CSU abgelehnt. Die CSU habe bei dem Krisentreffen am Mittwochabend im Bundeskanzleramt zunächst vorgeschlagen, sofort mit Zurückweisungen weiterer Asylbewerber an den deutschen Grenzen zu beginnen - dies aber bei einem Erfolg des EU-Gipfels in zwei Wochen wieder zu beenden.

Außerdem habe die CSU den Vorschlag gemacht, jetzt schon weitere Zurückweisungen an den Grenzen zu beschließen - aber nur für den Fall, dass die Verhandlungen auf europäischer Ebene scheitern. Dies hätte Merkel also faktisch zwei Wochen Zeit gegeben. Auch diesen zweiten Vorschlag habe die Kanzlerin abgelehnt, hieß es aus CSU-Kreisen.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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