Merkel: Ich glaube nicht, dass es nur Einzelfälle sind

Bundeskanzlerin Angela Merkel (61, CDU) will konsequent gegen die Täter vorgehen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (61, CDU) will konsequent gegen die Täter vorgehen.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (61, CDU) hält nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln weitreichende Konsequenzen für nötig: Härteres Vorgehen gegen die Tätergruppierungen und konsequentere Abschiebungen von kriminellen Ausländern.

"Was in der Silvesternacht passiert ist, das ist völlig inakzeptabel", sagte Merkel. "Es sind widerwärtige, kriminelle Taten, (...) die Deutschland nicht hinnehmen wird."

Der Staat habe die Pflicht, die richtigen Antworten zu finden, "wenn es rechtlicher Änderungen bedarf, oder wenn es auch Polizeipräsenz bedarf".

Zu reden sei unter anderem über möglichen Handlungsbedarf bei der Ausweisung von straffälligen Ausländern. Es sei zu prüfen, "ob wir, was Ausreisenotwendigkeiten anbelangt (...) schon alles getan haben, was notwendig ist, um hier auch klare Zeichen zu setzen an diejenigen, die nicht gewillt sind, unsere Rechtsordnung einzuhalten".

Auch über die Grundlagen des kulturellen Zusammenlebens in Deutschland sei zu sprechen: "Und was die Menschen mit Recht erwarten, ist, dass diesen Worten dann Taten folgen."

Hunderte Chaoten sorgten vor dem Kölner Hauptbahnhof für schreckliche Szenen.
Hunderte Chaoten sorgten vor dem Kölner Hauptbahnhof für schreckliche Szenen.

Aus den Geschehnissen ergäben sich "einige sehr ernsthafte Fragen, die über Köln hinausgehen". Es stelle sich etwa die Frage nach Verbindungen, Verhaltensmustern und danach, ob es "in Teilen von Gruppen" Frauenverachtung gebe.

"Wir müssen dem mit aller Entschiedenheit entgegentreten. Denn ich glaube nicht, dass es nur Einzelfälle sind." Wenn sich Frauen schutzlos und ausgeliefert fühlten, sei das auch für sie persönlich unerträglich.

In der Silvesternacht hatten sich am Kölner Hauptbahnhof aus einer Menge von rund 1000 Männern heraus kleinere Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen. Es gab auch zwei Anzeigen wegen Vergewaltigungen.

Laut Augenzeugen und Opfern waren die Täter dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.


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