Nach Deutscher Einheit: Merkel zeigt Verständnis für Unmut vieler Ostdeutscher

Augsburg/Berlin - Vor dem Tag der Einheit (3. Oktober) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (64, CDU) Verständnis für den Unmut vieler Ostdeutscher gezeigt.

Merkel äußert Verständnis für Unmut vieler Ostdeutscher, dennoch sei dies kein Freifahrtsschein. (Bildmontage)
Merkel äußert Verständnis für Unmut vieler Ostdeutscher, dennoch sei dies kein Freifahrtsschein. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Insgesamt sei die deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte, sagte die CDU-Vorsitzende der Augsburger Allgemeinen am Samstag.

"Aber es ist schon auch so: Vieles, was Anfang der neunziger Jahre passiert ist, kommt jetzt bei den Menschen nochmal auf den Tisch." Viele hätten ihre Arbeit verloren, die Einheit habe zu harten Umbrüchen geführt.

"Das ist niemals eine Rechtfertigung für Hass und Gewalt", betonte Merkel. "Aber es ist eine Erklärung für eine andere Lebensbiografie."

Gerade seit der Bundestagswahl 2017 spürt die Kanzlerin eine "gewisse Nervosität" in Deutschland. Nervosität vor allem, weil das Wahlergebnis aufgrund des starken Abschneidens der AfD, für viele überraschte und zugleich auch schockierte. Das erklärte Ziel der Kanzlerin deshalb: "Wir sollten alles tun, damit die AfD so klein wie möglich wird. Das heißt für mich: Die Probleme, die die Menschen umtreiben, ernst zu nehmen und zu lösen", sagte sie. "Da müssen wir einen klaren Schlussstrich ziehen, dort, wo Hass ist, wo generelle Verdächtigungen sind, wo Minderheiten ausgegrenzt werden. Da muss man sich absolut abgrenzen."

Damit spielt Merkel auch auf die Flüchtlings-Debatte an, die das Land ebenfalls ein Stück weit gespaltet und ebenfalls Auswirkungen auf die Bundestagswahl 2017 gehabt hat.

Merkel appelliert an die Bundesbürger, dass eine solche Spaltung nicht zu einer Vergiftung der Auseinandersetzungen führen darf. "Diese völlige Enthemmung in der Sprache ist etwas, das wir nicht tolerieren dürfen in Deutschland", sagte die Kanzlerin. "Davon bin ich zutiefst überzeugt."

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