"Ernsthafte Störung": Darum musste Angela Merkel ihren Flug abbrechen

Berlin/Bonn - Schock für Kanzlerin Angela Merkel: Die Reise zum G20-Gipfel musste abgebrochen werden. Der Regierungsflieger musste wieder umkehren. Der Grund: eine technische Störung (TAG24 berichtete).

Angela Merkels Regierungsflieger musste umkehren. (Bildmontage)
Angela Merkels Regierungsflieger musste umkehren. (Bildmontage)  © DPA

Nach Informationen des "Spiegels" soll das komplette Kommunikationssystem mit dem Boden ausgefallen sein.

Ein solcher Komplettausfall der Kommunikationsanlage, die durch mehrere Ersatzsysteme abgesichert sei, gilt dem Nachrichtenmagazin zufolge in der Luftfahrt als gefährlicher Notfall. Deswegen hätten sich die Piloten sofort entschlossen, den Flug zum G20-Gipfel in Argentinien abzubrechen.

Auch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen weite Teile eines für den Flugbetrieb dringend benötigten Elektroniksystems ausgefallen sein. Über dem Atlantik sei Kerosin abgelassen worden, um das Gewicht des für den Transatlantikfluges vollgetankten Airbus zu verringern. Es sei teilweise die Frage gewesen, ob überhaupt eine Landung möglich gewesen sei.

Der "Spiegel" schreibt, nur mit dem Satellitentelefon an Bord sei es der Crew gelungen, Kontakt zur Flugleitstelle aufzunehmen und die Landung auf dem Flughafen in Köln-Bonn zu planen. Die Situation soll so brenzlig gewesen sein, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schon nach dem Komplett-Ausfall der Funkanlage informiert wurde.

Eine Fahrzeugkolonne wartet auf die Bundeskanzlerin.
Eine Fahrzeugkolonne wartet auf die Bundeskanzlerin.  © DPA

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bestätigt, dass es sich bei dem technischen Defekt an ihrem Regierungsflugzeug um ein größeres Problem gehandelt hat. Nach den Ereignissen könne sie sagen: "Es war eine ernsthafte Störung", sagte Merkel am frühen Freitagmorgen in Bonn, wo sie nach dem Abbruch der Reise zum G20-Gipfel nach Buenos Aires die Nacht verbrachte.

Ausgesprochen lobend äußerte sie sich über den Flugkapitän und die Mannschaft an Bord ihres Flugzeugs: Sie habe "eine sehr, sehr exzellente Crew gehabt". Das Kommando habe "der erfahrenste Kapitän der Flugbereitschaft" gehabt.

Als sie von einem Mitglied der Mannschaft aus einem Briefing geholt worden sei, habe sie zunächst daran gedacht, dass in Deutschland etwas vorgefallen sein könnte. Auf die Frage, ob es nach mehreren Vorfällen mit Regierungsflugzeugen in jüngster Zeit notwendig sei, die Sicherheit der Flugzeuge in Frage zu stellen, sagte Merkel: "Ein einzelner Vorfall sollte uns nicht dazu bringen, das System zu verändern."

Freitagfrüh wird die Kanzlerin nun nach Madrid fliegen. Per Linienflug geht es von dort nach Buenos Aires.

Update, 9.33 Uhr

Nach dem schwerwiegenden Defekt an ihrer Regierungsmaschine ist Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag mit Verspätung zum G20-Gipfel nach Argentinien aufgebrochen. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, flog Merkel am frühen Morgen zunächst mit einer anderen Maschine der Flugbereitschaft der Luftwaffe von Köln/Bonn nach Madrid. Von dort startete sie gegen 9.00 Uhr an Bord einer Linienmaschine der Fluggesellschaft Iberia nach Buenos Aires.

Angela Merkel verlässt das Flugzeug.
Angela Merkel verlässt das Flugzeug.

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