Rücktritt als Kanzlerin? Merkel lässt Vertrauensfrage offen

Berlin - Sonntag ist der Tag der Entscheidung: Können sich Horst Seehofer (68) und Angela Merkel (63) im erbitterten Asylstreit einigen? Die Kanzlerin wollte sich zunächst nicht darauf festlegen, ob der Streit schon am heutigen Sonntag gelöst werden kann.

Bei der ZDF-Sendung "Berlin direkt" stand die Kanzlerin Rede und Antwort.
Bei der ZDF-Sendung "Berlin direkt" stand die Kanzlerin Rede und Antwort.  © Jule Roehr/ZDF/dpa

Sie werde alles daran setzen, dass es sowohl bei CDU als auch CSU Ergebnisse gebe, "bei denen wir Verantwortung für unser Land wahrnehmen können", sagte Merkel am Sonntagnachmittag bei der Aufzeichnung des Sommerinterviews der ZDF-Sendung "Berlin direkt" auf die Frage, ob es am Ende des Tages noch eine Regierung und eine Unionsgemeinschaft geben werde.

Ob sie im Asylstreit mit der CSU letztlich die Vertrauensfrage im Bundestag stellen würde, ließ Merkel offen. Jetzt sei sie in der Phase, in der sie für ihre Sache werbe, sagte Merkel am Sonntag bei der Aufzeichnung des Sommerinterviews der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Dann sehen wir weiter, Schritt für Schritt."

Würde sie mit einer Vertrauensfrage im Parlament scheitern, müsste Merkel wohl zurücktreten, die Koalition aus CDU, CSU und SPD wäre am Ende. Zuletzt hatte die Parteivorsitzende großen Rückhalt in der CDU erhalten.

Auch auf die Frage, ob es an diesem Montag in der Sitzung der Unionsfraktion zu einer Entscheidung kommen könnte, antwortete Merkel ausweichend: "Auch damit setze ich mich jetzt nicht auseinander", antwortete sie auf eine entsprechende Frage. Sie gehe sehr, sehr ernst in die weiteren Gespräche, aber auch "innerlich überzeugt".

In München wollte um 15.00 Uhr der CSU-Vorstand gemeinsam mit der CSU-Landesgruppe im Bundestag über das weitere Vorgehen im Asylstreit beraten. Bei der CDU kommt das Parteipräsidium um 15.00 Uhr zusammen, der größere Vorstand um 19.00 Uhr.

Titelfoto: Jule Roehr/ZDF/dpa


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