Folgt Seehofer Merkels Beispiel und dankt ab?

Berlin - Nach dem erneuten Wahl-Debakel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (64) am Tag danach die Konsequenzen gezogen. Sie gibt ihre Parteiführung ab und gab zudem das Ende ihrer Poltischen Karriere bekannt. Bei der nächsten Wahl 2021 ist Schluss (TAG24 berichtete).

Nach dem Rückzug von Angela Merkel richten sich die Augen wieder auf Horst Seehofer.
Nach dem Rückzug von Angela Merkel richten sich die Augen wieder auf Horst Seehofer.  © DPA

Der angekündigte Verzicht auf den CDU-Vorsitz erhöht auch den Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer (69). Mehrere CDU-Politiker aus den Ländern fordern offen den Rückzug des Bundesinnenministers von der CSU-Spitze.

"Fakt ist, dass Angela Merkel ein Beispiel gegeben hat, wie man nach einem schlechten Wahlergebnis Verantwortung übernimmt", sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (40, CDU) der "Welt". Dieser Debatte werde sich auch die CSU stellen müssen. "Angela Merkel hat es geschafft, einen selbstbestimmten Abgang als Parteivorsitzende zu gehen, das wünsche ich auch dem Kollegen Horst Seehofer."

Der hessische CDU-Landesgruppenchef im Bundestag, Michael Brand (44), machte vor allem Seehofer für das Wahldesaster der Union in Hessen und Bayern verantwortlich. "Wer sein Ego über die Verantwortung stellt und mehr nach pathologischen als nach politischen Maßstäben agiert, darf sich nicht wundern, wenn Leute sich mit Wut und Entsetzen abwenden", sagte er der "Fuldaer Zeitung" . Das müsse personelle Konsequenzen haben. Ämter seien kein Privatbesitz.

Seehofer kündigte an, er wolle innerhalb von zwei Wochen seine Vorschläge zur Zukunft der CSU vorlegen. "Ich denke, das wird Ende nächster, allerspätestens übernächste Woche erfolgen", sagte er im Bayerischen Rundfunk. Wie die Lösung auch für ihn persönlich aussehen könnte, ließ Seehofer offen.

In der CSU gibt es seit der Bayern-Wahl am 14. Oktober auf praktisch allen politischen Ebenen Forderungen an Seehofer, den CSU-Vorsitz aufzugeben. Seine Amtszeit endet eigentlich erst Ende 2019.

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