Beleidigung bis Mord: So viele Angriffe auf Flüchtlinge gab es im Jahr 2018!

Berlin - Die Zahl der politisch motivierten Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte geht zurück. Doch sie ist weiter hoch. Zu hoch, wie eine Sprecherin der Linken betont.

Foto aus einem Neonaziprozess des Jahres 2015.
Foto aus einem Neonaziprozess des Jahres 2015.

Die Behörden haben im vergangenen Jahr beinahe 2000 Straftaten gegen Flüchtlinge und Asylbewerberunterkünfte registriert.

Zu einem Großteil wurden sie rechtsmotivierten Tätern zugeordnet und reichen von Beleidigung über Sachbeschädigung – bis hin zu gefährlicher Körperverletzung und Mord.

Das geht zumindest aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Damit liegt die Zahl der Übergriffe deutlich unter denen der Jahre 2016 und 2017.

Die Statistik für 2018 könnte aber auch noch steigen, denn einige Fälle können erst deutlich später richtig zugeordnet werden. Zum Beispiel, weil der Täter noch nicht ermittelt wurde oder Anzeigen hinausgezögert werden.

"Damit muss endlich Schluss sein"

Ulla Jelpke (67) während einer Rede im Bundestag.
Ulla Jelpke (67) während einer Rede im Bundestag.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die meisten Übergriffe richteten sich mit 1775 gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften; davon stuften die Behörden 1736 als rechtsmotiviert ein. 173 Straftaten zielten auf Unterkünfte ab; davon werden 170 dem rechten Spektrum zugeordnet.

2017 hatte es noch 1903 Übergriffe auf Flüchtlinge und 312 Angriffe gegen ihre Unterkünfte gegeben. Im Jahr 2016 waren es sogar 2561 Attacken auf Personen und 995 auf Wohneinrichtungen.

"Gewalttaten und Bedrohungen mit Waffen oder Sprengstoff kommen statistisch gesehen jeden Tag vor", sagte Ulla Jelpke, eine Sprecherin der Linken, zu den Zahlen.

"Verantwortung für diese Gewalt tragen nicht nur die AfD und andere rechte Gruppierungen, die ihre rassistische Hetze allerorten verbreiten." Schuld daran sei auch die Union, die keine Gelegenheit auslasse, Schutzsuchende als Kriminelle darzustellen und Migration zu dämonisieren. "Damit muss endlich Schluss sein."

Alle Fälle zusammengerechnet wurden 315 Menschen verletzt.

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