Student treibt Freundin in den Selbstmord: Statt in den Knast geht es an Elite-Uni

Aberdeen (Schottland) - Er hat seine Freundin misshandelt, sie immer wieder geschlagen - und letztlich gar in den Tod getrieben. Ins Gefängnis musste Angus Milligan dafür jedoch nicht. Stattdessen bekam er eine Offerte aus Oxford.

Emily Drouet studierte an der Universität in Aberdeen.
Emily Drouet studierte an der Universität in Aberdeen.

Der inzwischen 22-Jährige hatte das Angebot für einen Studienplatz an der renommierten und prestigeträchtigen Universität angenommen und sich nur sechs Wochen nach dem Ende seines Gerichtsprozesses endgültig eingeschrieben.

Dabei war Milligan erst im Sommer des letzten Jahres um eine Gefängnisstrafe herumgekommen, nachdem er zuvor seine damalige Freundin, Emily Drouet, über längere Zeit immer wieder sowohl körperlich als auch mental misshandelt hatte.

Die 18-jährige Studentin der Universität in Aberdeen, an der auch Milligan studierte, hatte irgendwann keinen Ausweg mehr gesehen und sich im März 2016 vor lauter Verzweiflung das Leben genommen. Dies geht aus einem Bericht des Daily Record hervor.

Entschuldigt hat sich der Schotte, der durch seine damalige Universität exmatrikuliert wurde, bei der Familie seines Opfers nie, stattdessen ist er zum Ende seines ersten Semesters in Oxford auf Bildern lachend beim Trinken und Feiern zu sehen - mit jungen Frauen.

Ob diese sich im Klaren über die Vergangenheit Milligans sind, darf bezweifelt werden. Dass ihr neuer Kommilitone das Zimmer seiner damaligen Freundin nur wenige Minuten bevor diese tot aufgefunden wurde, verlassen hatte, könnte schließlich die Stimmung trüben. Selbst wird der Student keinesfalls auf das Thema zu sprechen kommen.

Die 18-Jährige wurde von ihrem damaligen Freund in den Tod getrieben.
Die 18-Jährige wurde von ihrem damaligen Freund in den Tod getrieben.

Dieser gestand zwar, dass er kurz vor dem Selbstmord Drouets die junge Frau, die er in Textnachrichten immer wieder beleidigte und beschimpfte, gewürgt und gegen einen Tisch gedrückt hatte. Auch habe er ihr während des Gewaltausbruchs achtmal ins Gesicht geschlagen.

Als er ging, habe Emily aber noch gelegt. Weshalb er seiner Ansicht nach nicht verantwortlich sei.

Die Strafe: 180 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie ein Jahr unter Beobachtung. Die Familie hatte von den Misshandlungen durch die Distanz zum Studienort nichts mitbekommen.

Die Bilder sind ein Zeugnis, das vor allem für die Mutter seines Opfers schrecklich ist. "Ihn wieder in einem solchen Umfeld zu sehen, ist für die gesamte Familie ein absoluter Horror", erklärte Fiona Drouet. Die 46-Jährige fühle eine "überwältigende Trauer". Milligan sei ihrer Meinung nach ein "gefährliches Individuum".

"Er ist zurück an einer Universität, er ist auf dem Campus und mit Erstsemestlerinnen. Das ist genau die Umgebung, in der er seine Taten zuvor begangen hat." Die schockierte Mutter kann nicht nachvollziehen, "warum die Universität dieses Risiko eingeht". Eine ähnliche Ansicht teilen wohl viele Menschen, die nicht nur aus dem Umfeld der Familie Drouet kommen.

Die renommierte Einrichtung sieht sich deshalb unter anderem in den Sozialen Medien äußerst heftiger Kritik ausgesetzt, erklärte jedoch, dass auf einzelne Studenten nicht gesondert in der Öffentlichkeit eingegangen werde. An der Tatsache, dass die Verantwortlichen sich des Falles bewusst sind, kann es allerdings keine Zweifel geben. Auch nicht daran, dass es eine Entscheidung ist, die die so oft zitierten Werte der Elite-Universtität mit Füßen tritt.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.


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